ProGasLicht 

ProGaslicht e.V.

Verein zur Erhaltung und Förderung des Gaslichts als Kulturgut

 

Stimmen zur Berliner Gasbeleuchtung

Leserbriefe und Stimmen zum Thema

Gerne veröffentlichen wir hier auch Ihre guten Gründe, wieso die Gasbeleuchtung erhalten bleiben sollte. Schreiben Sie uns:  verein@progaslicht.de 

oder schreiben uns in unser Forum:

 Günter Hilbert aus Berlin (Siedlung Heerstrasse) schrieb uns diese Zeilen (6.9.2009)

Unsere Gaslaternen. Weg damit?

44 000 Gaslaternen repräsentieren als traditionelle Straßenbeleuchtung Berlins ein technisches Kulturdenkmal besonderer Art, eine kostbare Sehenswürdigkeit, um die uns andere Städte beneiden.

Der Senat will diese Laternen loswerden. Nun hat die Firma STADTLICHT GmbH den Auftrag, die 186.000 elektrischen sowie die 43.800 gas-betriebenen Leuchten "professionell zu managen". Das soll wohl heißen - Originalton: "Stadtlicht erstellt Konzepte für die Umrüstung von alten Gaslaternen auf moderne elektrische Beleuchtung".

Ältere Bewohner unserer Siedlung werden sich noch daran erinnern, dass wir uns schon einmal für unsere Laternen einsetzen mussten. Die GASAG hatte Ende 1972 begonnen, den Leuchtenaufsatz vom Mast abzunehmen und durch die moderneren, servicefreundlichen Aufsätze des Typs BAMAG zu ersetzen. Eine junge Nachbarin sammelte hier in den Straßen Unterschriften für einen entsprechenden vom Verfasser entworfenen Protestbrief. Die GASAG war beeindruckt und lenkte ein, die Laternen blieben so, wie wir sie heute noch erleben. Aber das kann sich ändern, wenn die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ihren Plan rigoros zu Ende führt. Dann werden die Bürgersteige auf-gegraben, die Gasanschlüsse entfernt, Stromkabel verlegt und schlimmstenfalls neue Elektroleuchten aufgestellt.

Wenn die Bewohner unserer Siedlung meinen, wir sollten vorsorglich gegensteuern, gibt es zwei Möglichkeiten: Erstens, wieder ein Protestschreiben mit unseren Unter-schriften an entsprechender Stelle zu übergeben, oder, zweitens, wirksamer, den Siedlerverein zu ersuchen, in dieser Sache aktiv zu werden. Eine Sofortaktion besteht darin, Firma Stadtlicht zu zeigen, dass uns die Laternen hier wichtig sind. In diesem Sinne habe ich dort am 9. August per eMail gemahnt, die Laternen in der Marienburger Allee mit den Nummern 3, 7 und Nr. 14 nun endlich zu reparieren. In den anderen Straßen defekte Laternen aufzuspüren, überlasse ich den dortigen Anwohnern.

Kontakt mit Stadtlicht entweder per Service-Telefon 40902 - 220 oder mit eMail Sc-berlin@stadtlicht.de.

(Der ungekürzte Beitrag erscheint im nächsten Jahrbuch der Siedlung Heerstraße).

Günter Hilbert

Leserzuschrift von Monika von Savigny, Mitglied des Ortsbeirates 2 in Frankfurt/Main, Leserbrief auf den Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (“Kulturgut Gaslaterne”, 27.5.2009)

Zum Artikel „Kulturgut Gaslaterne“ von Hans Riebsamen (FAZ v. 27.5.09)

Als Teilnehmerin der Sitzung des Verkehrsausschusses am 26. Mai bitte ich doch um Klarstellung, Herr Riebsamen. Stadtrat Sikorski hat eindeutig darauf verwiesen, dass das Moratorium stadtweit Geltung haben soll. Nicht nur im Dichterviertel, sondern stadtweit soll der Abbau der Gaslaternen gestoppt werden.

Ich hatte mich in meiner Funktion als Mitglied des Ortsbeirates 2 (u.a. zuständig für das Westend) und Stadtbezirksvorsteherin für das Südliche Westend zu Wort gemeldet und darauf verwiesen, dass auch dieser Stadtteil wie das Dichterviertel zu den traditionsreichen Bürgervierteln gehört, die von den Kriegszerstörungen weitgehend verschont blieben. Sie zitieren Goethe und Heinrich Hoffmann, ich hingegen möchte die Familie von Arnim zitieren, die anlässlich des Todes von Clara von Arnim schrieb: „Tradition  heißt nicht, Asche bewahren, sondern eine Flamme erhalten“.

Frankfurt hat anders als Venedig, Rom oder Prag nicht viele alte Sehenswürdigkeiten erhalten. Unser geliebtes Frankfurt als international geschätzte kleine Weltstadt hat es aber geschafft, besonders im Westend, eine Symbiose aus Alt und Neu liebenswert und nützlich zu gestalten. Palmengarten, Hochhäuser und alte gut erhaltene Häuser prägen diesen traditionsreichen Stadtteil. Dazu gehört auch das Kulturgut Gaslaternen mit ihrem angenehmen honiggelben Licht. Wie ist es zu verstehen, das Städte wie New York es sich viel Geld kosten lassen, um Gaslaternen im alten Greenwich-Village zu erhalten? Auch die City of London richtet mit hohem Aufwand Gaslaternen wieder ein, nachdem man diese irgendwann einmal durch elektrische Lampen ersetzt hatte.

Durch die geplante mehr als kostenaufwendige Umrüstung aller 5.6000 Gaslaternen in Frankfurt auf elektrisches Licht wird ein Kulturgut zerstört, das den Bürgern nicht nur im Dichterviertel, sondern auch stadtweit zuwider geht. Wo bleibt da der Wert der Traditionswahrung? Wo bleibt der Respekt vor den betroffenen Bürgern? Ganz zu schweigen davon, dass die Kosten der Umrüstung auf Strom in keinem Verhältnis zu den Einsparungen stehen, die erst nach hundert Jahren greifen. Dieses Geld sollte für die Renovierung von Kitas, Schulen und Pflegeheimen eingesetzt werden, was auch eine sofortige CO2-Einsparung bedeutet.

Monika von Savigny

Leserzuschrift von Helmut Holz aus Frankfurt/M, Hon.Generalkonsul Island (14.5.2009)

Gaslaternen sollen im Dichterviertel einer elektrischen Beleuchtung weichen.

Frankfurter Bürger kämpfen für den Erhalt von Kulturträgern in unserer Stadt.

Um was geht es? Das Dichterviertel zählt zu den wenigen stadtnahen Wohngebieten, die von den Kriegszerstörungen weitgehend verschont blieben. Noch viele Häuser aus dem Beginn des letzten Jahrhunderts werden denkmal-ähnlich gehegt und gepflegt. Millionenbeträge werden bei Renovierungsarbeiten von Hauseigentümern investiert, um den Charakter ihrer Gebäudestrukturen zu erhalten. Noch wird das Tempolimit für Autos im Dichterviertel von Kopfsteinpflaster vorgegeben. Und die Straßenbeleuchtung erfolgt nach wie vor durch die einstmals zeitgemäßen Gaslaternen, die als Kulturträger mit ihrer  schönen Ausstrahlung an die frühere Großzügigkeit der Bürgerstadt Frankfurt erinnern. Und nun sollen durch Magistratsbeschluss diese Gas-Laternen durch elektrische Lampen ersetzt werden – um „mit der Zeit“ zu leben und eine zukunftsorientierte Stadtplanung  vorzuführen.

Diese Argumente wirken wie ein Schildbürgerstreich und sind angesichts der vom gleichen Magistrat angestellten Überlegungen für die Neugestaltung der Altstadt weder verständlich noch geschichts- oder traditionsbewusst. Ich erinnere mich an die Zeit, in der ein anderer Magistrat unter dem damaligen Oberbürgermeister Rudi Arndt  unser altes Opernhaus  abreißen und an dieser Stelle ein Parkhaus in der damals „modernen, zukunftsweisenden“ Struktur von Sichtbeton errichten wollte. Heute ist man stolz auf den „schönsten Platz“ in Frankfurt mit der wiedererrichteten „ Alte Oper“. Als Alt-Frankfurter habe ich damals mit Max Flesch-Thebesius für den Wiederaufbau der Oper gekämpft. Erst nach Wahl des Oberbürgermeisters Walter Wallmann konnte das Gebäude in seiner alten Form wiedererrichtet werden. Nie wäre das geschehen, wenn zuvor die Abrissbirne einem Zementbau den Weg frei gemacht hätte. Und in diesem Geiste möchte ich mein Votum heute aufs Neue  einbringen um für die historische Erhaltung eines der traditionsreichen Bürgerviertels unserer Stadt, das Dichterviertel meine Stimme zu erhaben.

Städte wie New York  lassen es sich viel Geld kosten, um Gaslaternen im alten Greenich-Village zu erhalten, - auch, um diese bei Stadtrundfahrten vorzuführen!

In London – so erinnert sich ein von dort stammender Neu-Bürger im Dichterviertel –

werden mit unglaublichem Aufwand Gaslaternen in alten Stadtteilen aufs Neue wieder ( von Grund auf, mit neuen Gasleitungen! ) eingerichtet, - nachdem man diese irgendwann einmal durch elektrische Lampen ersetzt hatte. 

Die Frankfurter Stadtverwaltung führt für ihre Entscheidung natürlich mit zeitnahen Argumenten wie Kostenersparnis ( Gas versus Elektrizität ) und Umwelt-Gründe ins Feld. Umrüstungsinvestitionen von „zunächst“ 20 Millionen Euro ( lt. Frankfurter Rundschau 16.01.09 ) werden genannt, ohne dass das zu einem Aufschrei der Verantwortlichen führt. Eine betriebswirtschaftliche Kostenrechnung bei Ansatz aller Kosten für die Umstellung wird jedoch noch nicht veröffentlicht. Das Argument für die Umstellung aus jenen Gründen bleibt also solange unseriös, bis sämtliche Informationen ermittelt und „ auf den Tisch gelegt“ wurden. Das Gleiche gilt für die Umwelt-Argumentation, - die eher einer Parteipolitik als einer vernünftigen Argumentation zuzuschreiben sein wird. 

Damit sollte vor jedem Beschluss noch einmal auf die Bedeutung eines Traditionserhalts für Kind und Kindeskinder zurückgeführt werden. Jede Vernichtung von alten Zeitdokumenten bedeutet einen unwirderbringbaren Verlust  von historischen Anschauungsdokumenten für alle Zukunft. Wie viele Beispiele für ein vorbildhaftes Präservierungsverhalten könnte man anführen, wie z.B.  die Stadtverwaltung Dresden, die ihren Dom in minutiösem Nachvollzug der alten Baustruktur wiedererrichtet hat. Auch hier hätte man rechenbare Vorteile nachweisen können,  um aus Kostengründen „ eine Betonkirche“ auf dem Domplatz zu errichten.

Jeder Bürger Frankfurts sollte sich  zum Nachdenken aufgerufen fühlen. Viele Stimmen sollten dem Magistrat zugeführt werden, um zu verhindern, dass es zu der Gaslaternen-Beseitigung im Dichterviertel kommen kann.

Helmut Holz

Leserzuschrift von Thomas Wenzel aus Berlin 20.2.2009
 

herzlichen Dank für die neue Ausgabe "Der Zündfunke".

Anbei sende ich Ihnen als kleines Dankeschön eine Nachtaufnahme (17-02-09) aus dem Wedding, Wiesenstraße, nahe der Panke. Auf diesem Bild sind links sowohl elektrische Leuchten mit ihrem grellen kalten Licht, als auch rechts die Gaslaternen mit dem harmonisch warmen Licht im direkten Vergleich zu sehen. Bei Bedarf können Sie dieses Bild gerne frei verwenden.

Mit besten Grüßen
Thomas Wenzl

Leserzuschrift von Priya Bahri vom 6.2.2009

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe von Ihrer Buergerinitiative aus der "Zeit" erfahren und moechte Ihnen gerne ein unterstuetzendes Schreiben zukommen lassen.

In meiner Kindheit habe ich regelmaessig Silvetser in Berlin mit den Freunden meiner Eltern gefeiert. Zwei Erinnerungen sind mir von meinem ersten Berlinbesuch als Sechsjaehrige geblieben: Die "Zonengrenze" und das Brandenburger Tor sowie die Gaslampen, das Licht, der Schnee.... ich habe spaeter an der Hunboldt-Universitaet promoviert und bei dem wenigen Geld, das mir zur Verfuegung stand, gehoerten die Gaslampen zu meinen kostenlosen Freuden in der Stadt.

Ich bin bestuerzt, von den Plaenen zu ihrer Entfernung zu lesen, und autorisiere Sie, dieses Email als unterstuetzende Unterschrift in Ihrer Initiative zu verwenden.

In der Hoffnung auf einen positiven Ausgang verbleibe ich mit bestem Dank fuer Ihren Einsatz,

Priya Bahri

21.1.2009: Leserzuschrift von Bertram Hock, Oberursel

Leider enthält die Meldung vom 15.1.2009 in der Frankfurter Rundschau zur wieder einmal geplanten Abschaffung der letzten Frankfurter Gaslaternen Fehlinformationen.

Das fängt damit an, dass schon lange kein Mensch mehr auf einen kleinen Knopf drücken muss, damit die Gaslaternen leuchten. Seit 30 Jahren funktioniert dies vollautomatisch über einen Lichtsensor.
 

Auch die genannten Unterhaltungskosten sind weit hergeholt - die technische Einrichtung, auch der Frankfurter Gaslaternen, sind außerordentlich robust und weit weniger störanfällig als die der elektrischen Schwestern.
 

Was die Leuchtmittel, also die so genannten Glühstrümpfe betrifft, so müssen diese in der Tat heutzutage getrennt entsorgt werden - dies ist aber auch nicht anders mit den Leuchtmitteln der elektrischen Laternen. Auch diese enthalten Stoffe, derentwegen sie nur in den Sondermüll dürfen.
 

Bleibt der Energieträger Gas - da muss ich Ihnen recht geben, der ist im Vergleich sicherlich teurer als der Strom. Ob die Kohlendioxid-Bilanz der Stromlaternen so viel besser ist, darüber streiten sich die Experten. Aber: Gaslicht strahlt mit einer unvergleichlichen Wärme. 

  10.06.2008: Leserzuschrift von Christian Sperling

Die neuesten Zeitungsmeldungen hinsichtlich der Gaslaternen haben mich wieder aufgeschreckt, nachdem ich mich der (zugegebenermaßen naiven) Hoffnung hingegeben hatte, mit der Abdankung Frau Dubraus in Mitte und der Wieder-Zuständigkeit des Senats für die Berliner Straßenbeleuchtung sei „die Kuh vom Eis“.

Und ich muss sagen, es reicht jetzt! Gewiss: Dass eine Stadt wie Berlin sich verändert, ist nur natürlich, wenn auch im Einzelfall oft bedauerlich, und auch wenn es mir schwer fällt, sehe ich ein, dass wohl nicht jede liebgewordene Eigenheit erhalten werden kann. Aber das wird sie ja sowieso nicht, und man muss aufpassen, dass eben nicht jedes Charakteristikum geopfert wird! Seit ich meine Umwelt bewusst wahrnehme, wurde bereits u.a. folgendes beseitigt, was ich jeweils als wesentlichen Bestandteil  “meines Berlins” empfunden hatte:

1967 die letzte (westsektorale) Straßenbahnlinie mit ihren charakteristischen, im Ursprung von dem namhaften Architekten Bruno Paul entworfenen Fahrzeugen (mit den würfelförmigen Liniennummern); 1975 (im Westen; im Osten erst 1989) die letzte klassische U-Bahn mit Holztäfelung und rotglänzenden Sitzpolstern sowie den “Laternendächern”, die eine bis heute nicht wieder erreichte zugluftfreie Belüftung ermöglichten; 1978 der letzte Pendelschaffner im Autobus ("So bitte, hier noch jemand zugestiegen?”); 2003 die letzte klassische S-Bahn mit ihrem unnachahmlichen Geräusch; 2008 die Möglichkeit, mit meinem (wenig gefahrenen und deshalb alt gewordenen) Auto in die Innenstadt zu fahren (wie ökologisch ist eigentlich eine verkürzte Lebensdauer von Autos und eine vermehrte Neuproduktion ach so umweltfreundlicher neuer Hubraum-Riesen??); 2008 der Flughafen Tempelhof (wie ökologisch ist eigentlich die Vervielfachung des Flugverkehrs auf BBI??); Von den unzähligen “Verschlimmbesserungen” des Straßenraums in den letzten 20, 25 Jahren erst gar nicht zu reden (Verengungen, Aufpflasterungen, Hindernisbauten, nach denen die Straßen wie nicht fertig gewordene Baustellen aussehen). Und nun auch noch die Gaslaternen? “Be Berlin” traditionslos? Nein Danke!

Der derzeitige Senat scheint einen über das bisher gekannte Maß hinausgehenden Ehrgeiz in das Ausfegen Berlins mit “neuen Besen” zu legen und sich eine perfekte, glattgebügelte und elitäre Stadt zum Ziel zu setzen (wenn es so weitergeht, wird sie eines Tages wohl doch noch in “Germania” umbenannt...) Doch auch die CDU ist vermutlich nur zufällig dagegen, weil sie halt gerade auf der Oppositionsbank sitzt. Als sie im Senat war, beschloss sie das Aus für Tempelhof mit, und wenn ich mich recht entsinne, wurde der vor-vorige Anlauf zur Abschaffung des Gaslichts zu Zeiten Eberhard Diepgens (1985? 1986?) unternommen. Besonders befremdlich ist allerdings die stromlinienförmige Haltung der Grünen, die unter den Umständen neoliberaler Globalisierung weder wirkliche Umweltverträglichkeit geschweige denn soziale Gerechtigkeit durchsetzen können und sich daher ersatzweise “modernisierend” profilieren wollen. Sollten sich die Linken, bei denen dieses Phänomen ebenso zu beklagen ist, in der Beleuchtungsfrage tatsächlich anders verhalten, soll’s mich freuen.

Dazu noch eine kleine Erinnerung aus längst vergangenen Tagen: Als Walter Momper 1989 seinen rotgrünen Senat bildete und das seefahrende Abendland bedroht war, wurde u.a. über die Haltbarkeit dieser Landesregierung spekuliert, und in einem Radiokommentar im SFB hieß es, an den “Essentials” wie dem Verhältnis zu den Alliierten, dem Verhältnis zur Gewalt etc. werde dieser Senat nicht zerbrechen; wenn, dann an “Kleinigkeiten" wie einer Abschaffung der Gaslaternen. Wobei der Kommentator (ich glaube, es war Jürgen Engert) den Erneuerungs- und Rationalisierungseifer bei der SPD und das Streben nach Erhalt von Atmosphäre und Lebensgefühl bei den Grünen (damals AL) vermutete. Das ist lange her. Zeitlich, aber auch inhaltlich.

2005 hatte ich mal ein längeres Telefonat mit Herrn Michael Kraft in Sachen Gaslicht. Er wollte mir eigentlich noch eine Kontaktadresse mitteilen, doch ist das wohl in Vergessenheit geraten. Und ich habe mich auch nicht mehr gemeldet, weil es um das Thema still geworden war und ich, wie gesagt, die Gefahr erst mal gebannt glaubte (zumal inzwischen bei uns im Norden die Gas-Peitschenmasten sogar straßenzugweise mit neuen eckigen Leuchten ausgestattet worden sind).

Da nun die Sache doch wieder brenzlig wird, bitte ich Sie, mir mitzuteilen, wie ich Ihnen (bzw. unserem gemeinsamen Anliegen) helfen kann.

Ich füge Ihnen noch einen Brief bei, den ich 2005 dem Bezirksamt Mitte schrieb (ohne freilich eine Antwort zu erhalten). Und einen Artikel  von 1985 aus dem “Straßenbahn-Magazin”, der weniger von der Kieler Straßenbahn selbst handelt, aus Anlass von deren Einstellung er geschrieben wurde, als vom Zeitgeist, und insofern leider noch immer hochaktuell ist. Das schlechte Gesamturteil über Kiel muss man sich nicht zueigen machen; m.E. sind es überall platzgreifende Fehlentwicklungen, die sehr treffend angeprangert werden. Vor allem aber die Passage über den “Trennungsstrich in der Alltags-Kultur”  trifft hundertprozentig auch auf unser Thema zu, wenn ich höre, dass ein paar Leuchten in ausgewählten “Nostalgiezonen” erhalten werden sollen (wahrscheinlicher: Neu aufgestellt, am besten mit Betonsockel und Erklärungsschild, damit man gleich sieht, dass es sich um ein Denkmal handelt und nicht etwa um normale Gaslaternen mitten im perfekten neuen Berlin!). Der Autor Mins Minssen hat auch mehrere Bücher veröffentlicht. Vielleicht wäre er auch für das Thema “Berliner Gasbeleuchtung” zu gewinnen?”

Mit freundlichen Grüßen aus Tegel

Anlage: Unbeantwortetes Schreiben an das Bezirksamt Mitte, 28.10.2005 (pdf-Format)

Christian Sperling, Berlin, 10.06.2008

 

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4/2008 Erstellt von den Berliner Verkehrsseiten für ProGaslicht e.V.