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Nachbau der Firma Trapp. Vorbild war eine Gas-Aufsatzleuchte der Firma Erich&Graetz, später “VEB Leistner”, die als Gaslaterne in der DDR weit verbreitet war. In zahlreichen Städten, die ihre Gasbeleuchtung in der Vergangenheit abgeschafft haben, findet der aufmerksame Betrachter elektrische Lampen verpackt in der Leuchtenform alter Gaslaternen. Im Zuge historischer Stadtsanierungen bedienen sich die Stadtplaner gerne den historischen Vorbildern. Oftmals ist aus den Rathäusern zu hören “Da sieht man keinen Unterschied”. Das ist nur insoweit wahr, wie genau man hinschaut. Und nicht wenige Bürger dieses Landes schauen bei technischen Dingen gerne genauer hin. Wie würden Sie eine E-Lok im Dampflok-Design bezeichnen? Manchmal ist der technische Umbau noch halbwegs gelungen, wie hier in Potsdam der Nachbau einer historischen Gaslaterne, wie sie bis in die 80er Jahre in der Potsdamer Innenstadt (Stadtteil Babelsberg) noch gasbetrieben zu sehen war. Im Gegensatz der Investitionen zum Erhalt des originalen Straßenpflasters in diesen Stadtvierteln, die auch im Unterhalt sowie in den Umweltemissionen (Lärm) nicht die ideale Lösung darstellen, sind Stadtverwaltungen in Sanierungsgebieten nur selten bereit, auch die Straßenbeleuchtung dem historischen Vorbild anzugleichen. Trotz strengerer EU-Vorgaben zur Ausleuchtung (Lichtstärke, Leuchtpunktabstand) von Gehsteigen und Fahrbahnen erfüllen auch Gasleuchten problemlos diese Auflagen. Elektrische Leuchten hingegen strahlen oftmals mehr Licht ab, als nach DIN EN 13201 erforderlich. Potsdam-Babelsberg: Regional typischer Gaslaternen-Nachbau mit elektrischem Licht Umweltängste muss keine Stadt haben, wenn sie eine kleine Anzahl Gasleuchten betreiben möchte. In vielen Regionen weisen die Gasleuchten eine deutlich positivere Öko-Bilanz gegenüber den elektrischen Leuchten auf. Eher haben die elektrischen Leuchtmittel (Natrium-Dampf oder LED) ein Entsorgungsproblem nach Ablauf der Betriebsdauer (Sondermüll). Die verglühten Reste der Glühstrümpfe hingegen sind nicht erwähnenswert. Um einen Fingerhut mit Asche von Glühstrumpf-Rückständen einer Gasleuchte zu bilden, benötigen Sie einige Jahre ... eine Umweltgefahr besteht entgegen der Ansicht von Elektro-Lobbyisten für Mensch, Tier und Umwelt nicht. Kaiserplatz (Frankfurt/Main). 4 schmuckvolle Kandelaber nach historischem Vorbild wurden hier 1983 von der Firma Horst Wellmann gestiftet. Leider leuchten sie mit elektrischen Leuchtmitteln, der historische Glanz verblasst im Schein des nächtlichen orange-farbenden Lichtes. ProGaslicht e.V. wünscht sich die Umrüstung auf Gasbetrieb, die dem historischen Stadtbild gerecht wird. Seit einigen Jahren wird der Gasleuchte von Stadtverwaltungen mit Hinblick auf die Kohlendioxid- Diskussion der Gashahn abgedreht. Nun mal ehrlich ... welchen Anteil haben die wenigen Gasleuchten an der Diskussion? In vielen Regionen wird der Strom ausschließlich über Kohlekraftwerke erzeugt, damit erhalten viele elektrische Leuchtmittel für Straßenbeleuchtung eine schlechtere Kohlendioxid- Bilanz als die der Gasleuchten. ”Da sieht man kein Unterschied zur Gaslaterne” ist häufig zu hören. Hier das elektrische Leuchtmittel ganz deutlich bei Tageslicht zu sehen. Bei Nacht besticht die Leuchte durch das orange-farbende-Natrium-Dampf-Licht. Gaslicht ist zwar auch künstliches Licht, mit seinem Farbspektrum ähnelt es eher dem natürlichen Licht. Das macht es so angenehm. Aufnahme: Berlin (Wrangelstr.) mit Blick im Hintergrund auf den “Kreisel” an der Steglitzer Schloßstraße Viele historische Dinge leisten wir uns, stellen sie zum Schutz vor “Modernisierungen” unter Denkmalschutz. Wer würde fordern, Jahrhunderte alte Schlösser mit einer Wärme-Isolierung zu versehen und damit die Veränderung der Gestalt zu fordern? Oder den Betrieb von Dampflokomotiven mit Elektroantrieb anzuordnen? Historische Kirchenhäuser abzureissen, weil sie im Unterhalt teurer sind? “Da sieht man doch keinen Unterschied” ist immer wieder zu hören, da stellt sich die Frage, wieso Museen teure Originale ausstellen, wo man mit Repliken viel Geld für die Versicherungen sparen könnte. Natürlich erkennt nur der Fachmann den echten “Rembrandt”. Wir zeigen jedem ganz klar und deutlich Originale und Fälschungen von Gaslaternen. Ob LED oder Gaslicht - bei Nacht wird der Unterschied sehr deutlich! Mit viel Geld unter Beachtung historischer Vorgaben restauriert. Jedoch wurde bei den Laternen laienhaft gehandelt: kitschige Phantasie -Leuchten, im Sommer mit Blumenkranz gekrönt. Der Denkmalschutz legt strenge Vorgaben für die Restaurierung der Altstädte fest. Vorgaben zur Straßenbreite, Pflasterung und Wiederherstellung von denkmalgerechten Stadtmöbeln wie Wasserpumpen oder Brückengeländer sind sehr genau beschrieben - bei der Beleuchtung aber, darf “im Baumarkt” eingekauft werden! Einige Städte versuchen mit Gewalt einen historischen Eindruck herzustellen und kaufen bei Elektroleuchten -Herstellern schöne alte “Gaslaternen” mit elektrischer Lichtquelle ein. Auf den ersten Blick wirkt es nett, bei genauerer Betrachtung ist es ein kitschiger Versuch hier die Vergangenheit herbeizuführen. Oftmals stand diese Leuchtenform nie in den betroffenen Altstädten. Die bspw. hier in der Teltower Altstadt verwendeten Leuchtentypen und dazu unpassenden Mastformen wirken auf die fachkundigen Betrachter eher albern. Parkplatz der Altstadt soll durch elektrisches “Gaslaternen-Ambiente” historisiert werden. Ein historisches Vorbild gab es hier nicht, früher war dies hier Ackerland Auch wird gerne das gesamte Sanierungsgebiet einer Altstadt mit den kitschigen elektrischen Leuchten-Nachbauten abgesteckt. Statt historischer Elektroleuchten werden “Gaslaternen” mit elektrischer Lichtquelle aufgebaut. Warum nicht historische Elektroleuchten oder historische Gaslaternen? Diese Mischung von “Gaslaternen” mit elektrischem Licht ist absolut unreal und zeigt von mangelnder Kenntnis oder einer äusserst oberflächlichen Vorgehensweise. “Gaslaternen”-Leuchtköpfe mit elektrischer Energiequelle als Zauberstab für einen historischen Glanz. Wie würden wohl echte Gaslaternen in einer sanierten Altstadt aussehen? Warum stellen sich viele Städte Gaslaternen-Attrappen auf, wenn es doch möglich ist originale Gaslaternen zu errichten. Die geringen Mehrkosten bei der Beschaffung für eine solch kleine Stückzahl, die für eine historische Platzbeleuchtung erforderlich ist, sind nicht erwähnenswert, betrachtet man die Gesamtkosten für eine Kleinstadt mit 3000 Lichtpunkten im öffentlichen Straßenland. Anwohner, Stadtteilinitiativen oder Heimatvereine haben die Möglichkeit, sich in die Sanierung eigener Stadtteile oder der Altstadt einzubringen. Versäumen Sie es nicht, die richtige Beleuchtungsart nach historischem Vorbild anzuregen! Auch der Verein ProGaslicht e.V. vermittelt gerne kostenlos Hilfestellung für Vereine und Initiativen, die sich für eine Gasbeleuchtung in ihrer Altstadt einsetzen möchten und sich für die einst verwendeten Laternenbauarten interessieren. Wir stellen Kontakt zu Ansprechpartnern her, die bereits Erfahrungen zu dieser Thematik haben und bieten hier fachkundige Beratung an. Text: Jurziczek von Lisone 8/2009 |
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Erstellt von den Berliner Verkehrsseiten im Auftrag ProGaslicht e.V.! |
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