In Greiz gab es vier verschiedene Grundtypen von Gaslaternen: 1. die traditionellen Rundmantellaternen
, die allesamt nicht den heute noch gebräuchlichen Großen Rundmantel, sondern den Kleinen besaßen. Die Greizer Rundmantellaternen teilten sich wiederum in verschiedene Dachformen auf.
2. verfügte Greiz über sechseckige Modellleuchten.
3. existierten Aufsatzleuchten, bekannt ist hier die Vorkriegsversion des Bamag-Modells U 7, so u.a. in der Carolinenstraße.
4. gab es in Greiz einige ganz wenige Hängeleuchten
(z.B. anno 1933 insgesamt nur acht Stück), u.a. in der damaligen Idastraße, der heutigen August-Bebel-Straße. Bereits 1891 wurde in Greiz die Umstellung von Gaslicht auf das Auer’sche Gasglühlicht vollzogen.
Wann genau in Greiz die letzte reguläre Gaslaterne außer Betrieb ging ist dem Autor trotz verschiedenster Recherchen noch nicht bekannt. Klar ist nur, dass es 1957 noch 320 Gaslaternen in Greiz gab und dass
die Außerbetriebnahme der letzten Laterne zwischen 1958 und 1962 erfolgt sein muss. Denn der damalige Greizer Gaslaternenwärter Herr Boas musste Greiz für diesen Zeitraum verlassen. Seiner Aussage nach war die
Gasbeleuchtung 1958 noch in Betrieb, während dessen sie bei seiner Rückkehr 1962 vollständig erloschen war.
Seit 1996 aber gibt es in Greiz wieder eine jede Nacht leuchtende Gaslaterne, und zwar keinen
Neubau, sondern eine echte alte Greizer Rundmantellaterne mit Kleinem Rundmantel und halbkugelförmigem Dach. Diese Laterne blieb zunächst bis Anfang der 1970er Jahre in der Oberen Silberstraße erhalten, bis sie dort von
Mitarbeitern des damaligen VEB Energieversorgung Gera, Werksteil Greiz als zu erhaltendes Museumsstück geborgen wurde. Man stellte sie vor einem der einst vier Gasbehälter im ehemaligen Gaswerk auf, allerdings umgebaut
auf elektrischen Betrieb mittels HQL. 1993 wurde sie wegen Umgestaltungsmaßnahmen im einstigen Gaswerk, in welchem heute die Greizer Energieversorgung GmbH sitzt, abgebaut und zwischengelagert. Seit 1996 brennt sie
wieder jede Nacht, und zwar wieder mit Gas (ausgestattet mit einem Trapp’schen Dämmerungsschalter) sowie an einem neuen Standort am Eingang des historischen Verwaltungsgebäudes von 1938.