ProGaslicht e.V.

Verein zur Erhaltung und Förderung des Gaslichts als Kulturgut

 

ProGaslicht Berlin

In Berlin kann der aufmerksame Stadterkundler noch fast 44.000 Gaslaternen auf öffentlichen Straßenland zählen. Einige hundert stehen auch auf Privatstraßen oder Privatgelände von Liebhabern. Die Leuchtköpfe Gaslaternen werden gründsätzlich in die drei Gruppen eingeordnet: Aufsatzleuchte (Al), Hängeleuchte (Hl) und Reihenleuchte (Rl). Unabhängig vom Leuchtenkopf gibt es unterschiedliche Mastformen.
Hier abgebildet eine 9-flammige Reihenleuchte (Rl) auf einer Hauptverkehrsstraße (Teltower Damm in B-Zehlendorf). Die Reihenleuchte findet man nur in Verbindung mit dem Peitschenmast, die Masthöhe und Auslegerweite variiert je nach Anforderung.

-> Eine ausführliche Betrachtung zur Berliner Gas Reihenleuchte finden Sie hier

-> Einen historischen Abriß über die Entwicklung der Gasbeleuchtung in Berlin finden Sie hier

Die eiförmige 4- und 6-flammige Reihenleuchte wird bei Schäden seit 2005 durch diese moderne eckige Neuentwicklung ausgetauscht.

Die Aufsatzleuchte findet man am häufigsten. Sie steht in den Nebenstraßen ganzer Stadtviertel und leuchtet auch Fußgängerwege in Grünanlagen aus. Auch einige Waldstraßen wie die Verbindung von Nikolasse nach Schwanwerder oder die Havelchaussee durch den Grunewald sind mit dieser Aufsatzleuchte vom Typ BAMAG U7 versehen. Die Ausatzleuchte ist stets 4-flammig und erfreut die Anwohner durch die geringe Leuchtkopfhöhe.

Der aufmerksame Gaslaternenfreund schaut auf den Mastfuß, speziell bei den Aufsatzleuchten: Am Prägeaufdruck dieser gußeisernen Bündelpfeilermasten sind hier noch die Firmeninitialen der englischen Imperial C ontinental Gas Association (I.C.G.A), die Berliner Gaslaternen von 1825 bis zur Zwangsenteignung im Ersten Weltkrieg aufstellte und betrieb, zu erkennen. Solange halten Elektrolaternen-Masten nicht.

3-armiger Hängeleuchten-Kandelaber in Charlottenburg (Alt-Lietzow)

Zunächst beabsichtigte die Berliner Senatsverwaltung den Rückbau der Reihenleuchten auf Berlins Straßen. Im Frühjahr 2008 gab die Senatsverwaltung jedoch Pressemitteilungen heraus, die den Rückbau aller Gaslaternen mit Ausnahme einiger wenigen historischen Plätze und Straßenzüge in Altstadtkernen ankündigten. Von den derzeit (4/2008) rund 44.000 Gaslaternen sollen dann nur noch weniger als 6000 stehen bleiben. Keine der hier abgebildeten Gaslaternen steht in einem solchen historischen Straßenzug.

oben: Nach der Wende wurde mangels Ersatz an bisherigen Aufsatzleuchten aus vorheriger DDR-Produktion auch die Westberliner BAMAG U7 Aufsatzleuchte im Ostteil aufgebaut. Hier eine Westberliner Aufsatzleuchte auf einem Betonmast (Karolinenhof, zwischen den Ortsteilen Grünau und Schmöckwitz an der Dahme, Langer See).

 
 
 

rechts: Galgenmast aus Beton mit Hängeleuchte aus DDR-Produktion. Die beiden  Leuchtentypen aus der letzten DDR-Produktion sind in den ostberliner Stadtteilen nicht nur an Betonmasten bis heute noch anzutreffen. Ist den westberliner Stadtbezirken gibt es mit Ausnahme einer einzelnen Aufsatzleuchte im Freilichtmuseum am S-Bhf. Tiergarten keine Laternen aus der DDR.

 

Die typische BAMAG U7 Aufsatzleuchte wurde von der Elektro-Leuchtenindustrie auch als Elektroleuchte nachgebildet. Am Bismarckplatz (B-Grunewald) besteht die Möglichkeit, sich von der unterschiedlichen Lichtfarbe und Helligkeit zu überzeugen. Auf dem Bild rechts die E-Leuchte, links die echte BAMAG U7 Gasleuchte.

Die große elektrische Bimmel und die kleine gasbetriebe Laterne in Berlin Mahlsdorf.

Einzelstücke: Im Jahr 2008 werden diese Mast-Sonderbauformen in der Torgauer Str (Schöneberg) an der Grundstückszufahrt zum alten Gasometer durch standardisierte Elektroleuchten ausgetauscht.

Riemeisterstr. in B-Zehlendorf: Hängeleuchten leuchten hier die Fahrbahn hell aus, die Masten sind optimal wechselseitig der Fahrbahn aufgestellt. Oftmals angebrachte Kritik, die Gehwege werden zu schwach ausgeleuchtet trifft eher für die Straßenzüge mit Elektromaste zu, wo die Leuchtköpfe an großen Masten (7 oder 10 Meter) in den Baumkronen leuchten und die Gehwege bei laubtragenden Bäumen nur unzufrieden ausleuchten (Beispiel Clayallee in B-Wilmersdorf). Gaslaternen leuchten erheblich tiefer unter den Baumkronen und spenden so mehr Licht für den Gehweg, und verursachen weniger “Lichtverschmutzung” was die Anwohner freut.

In Berlin befindet sich das größte Gaslaternen-Museum mit über 90 verschiedenen Gaslaternen aus ganz Europa. Ein Spaziergang in der Abenddämmerung wird zur Reise durch die Entwicklung einer Industriekultur. Das Freilichtmuseum ist kostenfrei rund um die Uhr im Berliner Tiergarten zugänglich.

Neubausiedlung in Berlin-Gatow: Hier wurden moderne Gaslaternen aufgestellt. Der Laternenkopf wurde der modernen “Saturnfamilie” der Laternenhersteller entnommen und für den Betrieb mit Erdgas umgebaut.Die Zündmechanismen befinden sich im Glaskolben.

Links zur Gasbeleuchtung Berlin

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