ProGaslicht e.V.

Verein zur Erhaltung und Förderung des Gaslichts als Kulturgut

 

ProGaslicht Bad Homburg

Gründung der Gasversorgung bzw. Gasbeleuchtung 1859. Einstellung der Eigenerzeugung und Aufnahme der Ferngasversorung durch Hessen-Nassauische Gaswerke 1912. Stadtwerke Bad Homburg blieben jedoch, im Ggs. zu Oberursel, eigenständiger Verteiler für das Stadtgebiet Bad Homburg. Steigerung der Gasleuchtenzahl bis 1930 auf über 600 Stück. Höchststand um 1960 mit knapp 800 Stück. Danach kontinuierlicher Rückgang bis 1992 auf 251 Stück. Heute noch zwischen 60 und 70 Stück vorhanden.

Erdgasumstellung 1969, damit Abschaffung der Druckwelle (bis dahin vorwiegend Record-Fernzünder) mit Umbau auf Kalin-Dämmerungsschalter der ersten Generation mit Funkenzündung, z. T. auch stattdessen ein Glühkörper als Zündflamme (wie seinerzeit z.B Hannover, Minden). Besonderheit: Runde Erdgasbrennkammer mit Berliner Mundstücken.

Stand im Frühjahr 1969 : Überwiegend Aufsatzleuchten zu gleichen Teilen Rech Modell Modern, Bamag U7 in grosser Nachkriegsausführung mit Fussmodellen B und D, sowie Aufsatzleuchte entweder Schneider Modell Neulicht oder Vulkan 87 (Mannheim/Lübeck). Letztere überlebten die Umstellung nicht, denn sie waren anderhalb Jahre später verschwunden. Ferner gab es die Vulkan-Ansatzleuchten aus der Vorkriegszeit mit der aus Mannheim und Lübeck bekannten Dachform, entweder als Elefantenrüssel, damals auch mit grosser Ausladung, sowie normalem, sehr kleinem Auslegermast (z.B. Kisseleffstr.). Später gab es auch solche mit ersatzweisen Dächern der Vulkan-Nachkriegs-Aufsatzleuchte. Letzte Exemplare standen bis 2002/2003.

Auffallend waren die umgekehrt konischen Stahlmaste auf, die ursprüglich Vulkan-Pilzleuchten trugen. Angeblich befanden sich diese einst entlang einer Allee, die mitten durch den Kurpark verlief. S. Bild, kann aber auch die Landgrafenstr. oder Kaiser-Friedrich-Promenade sein. Ferner existierte eine einzelne U7 auf einer Verkehrsinsel mitten auf einer großen Kreuzung außerhalb der Stadt. Es müsste an der Saalburgstr. gewesen sein.
Auch eine Strasse mit Reihenleuchten soll es einmal gegeben haben.

Ferner existierten die 4-Eckleuchten mit Dachscheiben an der Kirche am Ferdinandplatz, inzwischen durch Trapp-Nachbauten ersetzt, es gab sie auch im Altstadtbereich unter der Ritter-von-Marx-Brücke, sowie in geringer Zahl das Vulkan-Modell Breslau (wie Heidelberg), heute nicht mehr vorhanden. Eine weitere 4-Eckleuchte hat bis Anfang der 90er vor dem alten Wasserwerk am Güldensöllerweg gestanden und markierte den höchsten Punkt des Versorgungsnetzes. Dies liegt jedoch im Stadtteil Dornholzhausen, somit im Versorgungsgebiet der Hessen-Nassauischen GW, heute Mainova.

Eine kleine 4-Eckleuchte auf einer Mauer gab es auch am Meiereiberg, später war dort eine U7. Ein weiteres Exemplar, jedoch elektrifiziert, steht noch irgendwo im Kurpark.

Für die Zukunft gibt es bei fortschreitendem Abbau kein Konzept. Immer wieder hiess es, es solle etwas erhalten bleiben, dann wieder doch nicht. Z.B. die Tannenwaldallee, die derzeit elektrisch und mit Gas gleichzeitig beleuchtet ist.

Am Mühlberg (links)
Einst für Bad Homburg typischer Vulkan-Mast, der sich nach unten verjüngt und ursprünglich mit modischen Vulkan-Pilzleuchten der 30er Jahre bestückt war. Hier mit Bamag U7 in großer Nachkriegsausführung Am Mühlberg. Letztes Exemplar bis Ende 90er Jahre. Erhalten blieb keines.

Dorotheenstr.
Typischer Bad Homburger Gußwandarm Drachenkopf in verkürzter Ausführung mit großer Nachkriegs-U7.
Die U7 hieß übrigens im Jargon der Bad Homburger Laternenwärter sinnigerweise “Berliner Laterne”.

Kinzigstr.
Vulkan-Ansatzleuchte Mod. Nr. 84, in HG ¥Elefantenrüssel¥ genannt, an der Kreuzung Kinzigstr. / Mainstr.
Viele dieser Leuchten wurden im Laufe der Zeit nach Unfällen oder Undichtigkeiten zu Aufsatzleuchten zurückgebaut, indem unter Weiterverwendung des Mastes der aufgesetzte Ausleger entfernt wurde.
Hiervon gab es eine weitere Ausführung mit längerem Ausleger, die schon früher von den Straßen verschwand.

Kurpark
Modische Vulkan-Pilzleuchte mit dem dazugehörigen umgekehrt konischen Mast in den 30er Jahren,
Der voluminöse Körper zwischen Leuchte und Mast dient der Aufnahme des Fernzünders. Auch dem “Elefantenrüssel” ähnliche Ansatzleuchten an aufgesetzten Auslegern wurden seinerzeit von Vulkan mit diesem Zündergehäuse angeboten und als “Membranschutz-Laterne” bezeichnet.

Löwengasse
Kleiner Bündelpfeiler mit aufgesetztem Ausleger für Aufsatzleuchten in der Löwengasse. Ausleger
inzwischen demontiert.

Meiereiberg
Der gleiche aufgesetzte Ausleger auf Gußverziertem Stahlmast, vermutl. Vulkan im Meiereiberg.
Nicht mehr vorhanden.

Neckarstr.(links)
Kleiner Bündelpfeiler mit U7 in der Neckarstr. Nicht mehr vorhanden.

Schellingstr.(mitte)
Letzter Elefantenrüssel in der Schellingstr. 2003 demontiert.

Schulberg (rechts)
Letzte originale Vierecklaterne in einer Einfahrt am Schulberg am Pfarrhaus. Leuchte inzwischen elekrifiziert.

Vulkan84 (links)
Sog. “Elefantenrüssel” auf einer Werkszeichnung von Vulkan um 1934. Stellt eine sehr frühe Form einer Gasansatzleuchte dar, bei welcher der alte Gußkandelaber unter bestimmten Voraussetzungen weiterverwendet werden konnte. Auch die Verbindung der Leuchte mit dem Ausleger mittels eines halbrunden Flansches, die in HG auch bei den Ansatzleuchten an normalen Auslegern (z.B. Kisseleffstr.) Verwendung fand, ist eine sehr frühe Entwicklungsstufe. Möglicherweise kam diese Dachform, die unter der Bezeichnung Nr. 87 auch für Aufsatzleuchten, z.B. aus Lübeck und Mannheim bekannt ist, zunächst als Ansatzleuchte zum Einsatz.

Vulkanpilz (rechts)
Die modische Vulkan-Pilzleuchte mit dem typischen umgekehrt konischen Mast in einer Werbeanzeige von Vulkan um 1937.

Museum (rechts)
Einstiges Gasleuchtenmuseum auf dem Betriebsgelände der Stadtwerke Bad Homburg. Im Vordergund
die Vulkan-Ansatzleuchte (Vorkriegsausführung) an normalem Auslegermast, dahinter die alte Viereckleuchte mit Dachscheiben sowie Vulkan Modell Breslau und ganz hinten Aufsatzleuchten Bamag und Rech. Dieses Museum musste Ende der 90er Jahre einer Baumaßnahme weichen und sollte nicht wieder aufgebaut werden.
Alle Leuchten und Maste wurden verkauft oder verschrottet.Die U7 (2. von hinten) steht sogar wieder im Straßenland.

Links zur Gasbeleuchtung Bad Homburg

Stadt Bad-Homburg im Internet mit Tourismus Informationen

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Erstellt von den Berliner Verkehrsseiten im Auftrag  ProGaslicht e.V.!