ProGasLicht 

ProGaslicht e.V.

Verein zur Erhaltung und Förderung des Gaslichts als Kulturgut

 

Monheim am Rhein IN MEMORIAM                       -> Druckversion in PDF

17.8.2009

Die Stadt Monheim am Rhein liegt mit ihren 43.000 Einwohnern südlich von Düsseldorf und hat eine 850-jährige Geschichte. Ein Wahrzeichen der Stadtgeschichte ist der 26 Meter hohe und um 1400 erbaute „Schelmenturm“ als Teil der ehemaligen Befestigungsanlagen.

Im „Schelmenturm“ werden Konzerte gespielt und Kunst ausgestellt. Beliebt sind Trauungen und andere Veranstaltungen in der „guten Stube“ der Stadt.

Nach der gründlichen Renovierung des Turms Anfang der 70er Jahre wurde den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt in den 80er Jahren eine prunkvolle Gaslaterne gestiftet.

Es sollte ein besonders schöner Gas-Kandelaber sein und sowohl die mittelalterliche Geschichte, als auch die Bedeutung der Industrialisierung der Stadt unterstreichen.

Der kleine Platz mit knorrigen Bäumen vor dem Stadttor in rheinischer Backsteinbauweise war wie geschaffen.

Nun stand sie da, die Gaslaterne. Mit einer Widmung in Messing und einer Versorgungsgarantie des örtlichen Energielieferanten. Das goldgelbe Gaslicht strahlte und warf gelegentlich Schatten von nächtlichen Flaneuren ins Halbdunkel des Tordurchgangs.

Etwa Mitte letzten Jahres stellten wir fest, dass die Gasbrenner abgeschaltet und die Leuchten insgesamt ungepflegt wirkten. Wir sprachen bei der Stadtverwaltung vor und organisierten eine Gesprächsrunde mit dem Energieversorger MEGA. Gemeinsam formulierte man das Ziel einer Reinigung, einer möglichen technischen Aufarbeitung und baldigen Wiederinbetriebnahme der Gasleuchte. Man freute sich sichtlich über das Engagement der Vereinsmitglieder „Progaslicht“.

Mit Bedauern müssen wir nun feststellen, dass es sich wahrscheinlich um Lippenbekenntnisse der örtlichen Verantwortlichen handelte: Der Gaskandelaber wurde sofort nach Bekanntwerden unseres Hilfsangebots von der Stadtverwaltung abgebaut und entfernt. An der ursprünglichen Stelle steht statt des stattlichen Gaskandelabers ein formschöner Trog aus Waschbeton im Stil der späten 70er Jahre.

„Megastark am Rhein“ und  „wir können Erdgas wärmstens empfehlen“ lauten die Werbesprüche der MEGA. Für unsere Gaslaterne gilt dies offensichtlich nicht.

Wir stellen uns die Frage was mit dem Geschenk an die Bürgerinnen und Bürger passiert sein soll. Kann es im Sinne der damaligen Stifter mit rechten Dingen zugehen?

„Aus den Augen – aus dem Sinn“ oder was glauben die Verantwortlichen?

Selbst wenn man sich seitens der Gasfachleute nicht durch uns Gaslichtamateure unter die Arme greifen lassen wollte, so hätten die Stadtwerke Düsseldorf sicherlich mit Sach- und Fachwissen helfen können. Immerhin betreiben die Stadtwerke Düsseldorf eine Anzahl von fast 16.000 Gasleuchten in der benachbarten Landeshauptstadt und halten 49,9% des Geschäftsanteils der MEGA.

Andreas Hein und Rolf Hölterhoff,  ProGaslicht e.V.

 

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4/2008 Erstellt von den Berliner Verkehrsseiten für ProGaslicht e.V.