PRESSEERKLÄRUNG vom 20. August 2009
Flyer für Düsseldorf Druckversion in PDF Düsseldorf plant den Abriss aller Gaslaternen
Eine Nachricht der Rheinischen Post vom 18.08.2009 schreckte uns alle auf und trieb uns die geballte Zornesröte ins Gesicht! Die Stadt Düsseldorf, die in
gewisser Regelmäßigkeit immer mal wieder Aussagen zum Erhalt oder dem Abbau der Gaslaternen in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt getroffen hatte, ohne sich allerdings genau festzulegen, ließ nun die Katze aus dem
Sack: ALLE rund 16.000 (!) Düsseldorfer Gaslaternen sollen auf den Schrott. Man will sie gegen elektrisch betriebene Laternen austauschen. Dies ist ein Affront gegen die Düsseldorfer Bevölkerung, die ihre Gaslaternen für liebens- und schützenswert halten.
Das Gaslicht in Düsseldorfs Straßen ist eine markante Besonderheit, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Zusammen mit Berlin ist Düsseldorf die Hauptstadt des goldgelben Lichts. Eine einmalige kulturhistorisch
gewachsene Beleuchtung. Anstatt mit diesem wertvollen Pfund zu wuchern und die Gaslaternen, die zum Teil seit über 100 Jahren in Betrieb sind und selbst die Kriegszerstörungen überstanden haben, DAUERHAFT ALS
INDUSTRIETECHNISCHES KULTURERBE EINZUSTUFEN, will man sie abreißen. Die Damen und Herren im Rathaus schämen sich wohl, Ausnahmestadt zu sein und ihre Stadt mit Gaslicht zu erhellen. Düsseldorf darf sich nicht vereintopfen lassen, damit es am Ende genauso aussieht wie Wanne-Eickel oder
Buxtehude. Der geradezu religiöse Eifer, die Gaslaternen als politisch nicht korrekten Klimakiller darzustellen, ist nicht nachvollziehbar. Ebenso unglaubwürdig ist die Summe von 13 Millionen Euro, die laut Stadtvereine Umrüstung
aller 16.000 Düsseldorfer Gaslaternen kosten soll. Die Wahrheit ist: Es wird das Zehnfache kosten! Von einer dreistelligen Millionensumme war übrigens auch schon in einem Artikel der Rheinischen Post vom 07.02.2008 die Rede.
Gaslaternen und Gaslicht sind unverkennbar Düsseldorfer Markenzeichen. Sie müssen bleiben und unter Schutz
gestellt werden. Angeblich hat dies der Bauausschuss der Stadt Düsseldorf bereits 1998 getan. Lassen Sie sich nicht veräppeln! Düsseldorfs Gaslaternen sind nicht für die schlechte Welt-Klimabilanz verantwortlich,
ihr CO²-Ausstoß liegt im Nanobereich. Man könnte auch alle privaten Öl- und Gasheizungen verbieten oder im Kölner Dom die Kerzen durch LED ersetzen. Auch wenn Gaslaternen teurer sind als elektrisch betriebene Laternen, so sind
sie quasi der “Mercedes” unter den Laternen und ihre Langlebigkeit ist 3mal höher als die einer Stromleuchte. Sie sind als historisch wertvolle Objekte ohnehin nicht mit Billig-Leuchten vergleichbar. Der Verein ProGaslicht e.V. ruft alle Düsseldorferinnen und Düsseldorfer auf, für die Erhaltung ihrer Gaslaternen
einzutreten. Lassen Sie nicht zu, dass Ihnen Ihre weltweit einmalige Gasbeleuchtung zerstört wird. Sprechen Sie mit Ihren Verwandten, Freunden, Nachbarn. Wenden Sie sich an Lokalpolitiker. DÜSSELDORFS GASLICHT DARF NICHT ERLÖSCHEN! ProGaslicht e.V. www.progaslicht.de Bettina Grimm, Andreas Messollen 8/2009 |