Druckversion in PDFGaslaternen am Berliner Stadtschloss Stichzeichnung von H.Lüders, aus Illustrierte Zeitung vom 27.Januar 1872 Presseerklärung der ProGaslicht Initiative 9.2.2009:
ProGaslicht fordert Gaslaternen am Berliner Stadtschloss
In Berlin wurden im vergangenen Dezember / Januar die Entwürfe des Architekturwettbewerbs für den Neubau des Humboldt-Forums in städtebaulicher Anlehnung an die Form und äußere
Gestaltung des 1950 gesprengten Berliner Stadt-Schlosses im Kronprinzen-Palais vorgestellt.Der Wunsch, der alten Berliner Prachtstraße „Unter den Linden“ mit der Fassade des Berliner
Stadtschlosses wieder den alten Glanz zurückzugeben, ist auch Wunsch vieler Berliner, der Berliner Politik und der Bundesregierung. Der angestrebte Wiederaufbau wird ca. 550 Mio. Euro
kosten und eine klaffende Lücke im Berliner Stadtbild füllen. Hier muss auch das benachbarte Stadtbild entsprechend angepasst werden. Die Initiative ProGaslicht fordert hier auch die
historische Berücksichtigung der Straßenbeleuchtung. Ab 1826 leuchtete nahe dem Berliner Schloss die erste damals typische
Camberwell-Aufsatzleuchte. Über die Jahrzehnte hinweg wechselten die Modelle. Mit dem Einzug der elektrischen Beleuchtung und dem wachsenden Verkehr „Unter den Linden“ wurden hier 1888
die großen Schupmann-Kandelaber aufgestellt, die kleinen Gasaufsatzleuchten verblieben jedoch in der heutigen Rathausstraße (damals: Königstr.). Wie oben auf der Stichzeichnung aus dem
Jahr 1872 erkennbar, prägen Modellleuchten die Kurfürstenbrücke am Berliner Stadtschloss. Die Kurfürstenbrücke berücksichtigte einst auch das ab 1703 aufgestellte Reiterstandbild des
Großen Kurfürsten. 1998 wurde ein Wettbewerb zum Neubau der Brücke ausgeschrieben. Der Architekt Walter A. Noebel gewann mit einem modernen Entwurf, der sich überhaupt nicht in die
wiederherzustellende historische Stadtstruktur einpasst. Direkt an der Kurfürstenbrücke soll das Berliner Stadtschloss mit historischen Fassaden wieder errichtet werden. Die moderne Brücke
wurde zu einer Zeit favorisiert, als noch nicht entschieden war, in welcher Form der Schlossplatz bebaut wird.
Auch die Vereine „Forum Stadtbild e.V.“ und „Berliner Historische Mitte e.V.“ berichten auf ihren
Webseiten ausführlich über die Möglichkeiten einer Rekonstruktion der Brücke.Die Gaslicht Initiative ProGaslicht schließt sich der Forderung an, die Kurfürstenbrücke wieder
nach historischem Vorbild zu errichten und auch dem Reiterstandbild (von Andreas Schlüter) wieder einen Platz zu geben. Die Initiative ProGaslicht geht noch weiter und fordert die
Wiederherstellung der historischen Straßenbeleuchtung in der Rathausstraße zwischen Spandauer Straße und Breite Straße. Wir schlagen vor, 4-flammige Modellleuchten auf
Bündelpfeilermasten oder anderen Berliner Gusskandelabern zu verwenden.
www.stadtbild-berlin.de www.berliner-historische-mitte.de Text: Markus Jurziczek von Lisone |