ProGasLicht 

ProGaslicht e.V.

Verein zur Erhaltung und Förderung des Gaslichts als Kulturgut

 

Presseerklärung 28.6.2009                                  Druckversion in PDF hier klicken

Elektrifizierung der Gas-Reihenleuchten im Baldersheimer Weg (Lichtenrade) wird zum Sanierungsfall

Update: Zur Narrenzeit haben die Berliner Jecken einigen Aufsatzleuchten prüde Mieder in Form eines starren Korsetts verpasst. Lesen Sie hier!

Seit einiger Zeit versucht die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die Demontage bzw. Umrüstung der beliebten Berliner Gasbeleuchtung „durchzupeitschen“.

Baldersheimer Weg, Berlin Lichtenrade. Wohnsammelstraße mit Gas-Reihenleuchten

m letzten Jahr begann man als „Versuchsstrecke“, die Fischerhüttenstraße in Zehlendorf zu elektrifizieren. Neue Strommaste wurden aufgestellt, die völlig intakten 44 Gas-Reihenleuchten demontiert. Einwandfreies Material wurde offenbar verschrottet.

Fischerhüttenstr: sinnloser Austausch von 44 Gaslaternen gegen elektrische Laternen. Links Elektro- rechts (Busseallee) die Gasbeleuchtung.

Der Spaß kostete nach unseren Informationen 150.000 Euro, brachte aber keinerlei Vorteile. Es ist genauso hell wie vorher, wovon sich jeder an der Straßengabelung Busseallee/Fischerhüttenstr. überzeugen kann.

Nun startet die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung einen neuen Versuch mit dem Ziel, die Kosten weiter zu senken, es also so billig wie möglich zu machen.

Umbau von 400 Gas-Reihenleuchten in Berlin  Lichtenrade

Hier wird seit Mai/Juni 2009 versucht, die Gasmaste der Gas-Reihenleuchte stehen zu lassen und für die elektrische Nutzung zu verwenden. In einem Gaslichtmast strömt innen das Gas, daher korrodieren diese Masten auch nicht von innen, was zu extremer Langlebigkeit dieses Mastes führt. Ein elektrischer Lichtmast benötigt für die elektrische Schalt- und Sicherungstechnik  eine Wartungsklappe im Mastfuß, so ist es bei der  elektrischen Straßenbeleuchtung üblich.

Nun wurden im Baldersheimer Weg bisher etwa 12 Gasleuchtenköpfe von den Gasmasten abgenommen, jeweils ein alter (gebrauchter) elektrischer Leuchtenkopf mit Metallbändern angebunden, das Zuleitungskabel wurde außen am Mast nach unten geführt und ist mit Metallschellen und Kabelbindern am Mast befestigt. Dort befindet sich am Fuß des Mastes der Schalt- und Sicherungskasten. 400 Gaslaternen werden derzeit im Raum Lichtenrade nach diesem Vorbild umgerüstet. Hier schafft man sehenden Auges ein Provisorium, für das in wenigen jahren erneut Gelder in die Hand genommen werden müssen. Die letzten 8000 Gas-Reihenleuchten in Berlin könnten diesem Vorbild folgen. Was für ein unverantwortlicher Sanierungsfall hier geschaffen wird. Einfach unglaublich.

Elektrisches Zuleitungskabel für den alten elektrischen Leuchtenkopf wurde mit Kabelbindern (unter Handwerkern ist der Begriff “Kabelstrapse”  gebräuchlich) fixiert.

Aus einer technisch einwandfrei funktionierenden Beleuchtungsanlage im Baldersheimer Weg wurde nun eine provisorische Elektro-Beleuchtungsanlage, die in dieser Konstruktion so sicher keine 10 Jahre Bestand haben wird. Hier entstehen in kurzer Zeit doppelte Kosten für die Sanierung der jetzt provisorischen elektrischen Beleuchtungsanlage. Der Sicherungskasten befindet sich in der sogenannten „Hunde-Urin-Höhe“, bzw. im feuchten Gras. Dem Vandalismus ist wegen der offen zugänglichen Stromkabel Tür und Tor geöffnet.

 Darf der Berliner sich so den Umbau aller 8.400 Gas-Reihenleuchten sowie anschließend der 35.600 übrigen Gaslaternen vorstellen?

ProGaslicht positioniert sich hier ganz klar: Es besteht kein Grund, die gastechnische Beleuchtungsinstallation in der Stadt zu ersetzen. Die Mehrkosten für den Betrieb und Wartung von Gasleuchten gegenüber der elektrischen Beleuchtung rechtfertigen in keiner Weise eine so teure Umrüstung wie in der Fischerhüttenstraße oder eine derart laienhafte Heimwerker-Installation wie im Baldersheimer Weg.

Der Verein ProGaslicht e.V. fordert die unverzügliche Wiederherstellung des vorherigen Zustandes dieser Straßenbeleuchtungs-Anlage.  Zudem behält sich der Verein ProGaslicht e.V. rechtliche Schritte vor, weil hier offenbar unsachgemäß gearbeitet wurde und die Öffentlichkeit gefährdet wird. Es kann nicht sein, dass freiliegende und für jeden zugängliche Stromkabel mit Kabelbindern an Gaslichtmaste befestigt werden.

Elektrischer Schalt- und Sicherungskasten für die elektrische Beleuchtung aussen am Mast mit Metallbändern festgebunden

Für Fragen und Bildmaterial stehen wir unter den unten aufgeführten Kontaktdaten zur Verfügung.Der Verein ProGaslicht verteilt im Stadtteil Lichtenrade derzeit Handzettel, um auf diese Aktion aufmerksam zu machen. Wenn Sie uns unterstützen möchten, freuen wir uns auf ihren Kontakt.

Auf Wunsch senden wir Ihnen auch die letzten Ausgaben des Vereins-Mitteilungsblattes „Der Zündfunke“ per Email zu. Mehr Informationen zum Laternentyp “Reihenleuchte” hier.

Verein ProGaslicht e.V.

Bettina Grimm

Markus Jurziczek von Lisone

Text und Bilder: Jurziczek von Lisone. Alle Bilder sind aktuell von 6/2009 !

 

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4/2008 Erstellt von den Berliner Verkehrsseiten für ProGaslicht e.V.