Begründet wird das unter anderem mit zahlreichen Behauptungen, die schlichtweg nicht stimmen. Inzwischen gibt es Widerstand aus den Reihen
der Bürgerschaft und der Politik.Wir haben die von der Stadt vorgelegten und in der Presse veröffentlichten Zahlen einmal unter die Lupe genommen. Das Ergebnis muss erhebliche Zweifel aufkommen lassen, ob dieser
kulturhistorische Kahlschlag in finanzieller Hinsicht gerechtfertigt ist.
In Frankfurt am Main sind derzeit ca. 5.600 Gaslaternen in Betrieb. Da die Mainova selbst von 8.000 Euro Kosten pro Umrüstung und Leuchte
spricht, ergibt das 44,8 Millionen Euro Kosten. Unklar ist, was in dem Betrag von 8.000 Euro inbegriffen ist. Sicher scheint, dass die notwendige Finanzierung hinzu gerechnet werden muss. Schon jetzt ist aber klar, dass sich eine
Umrüstung mit einer Investition von 44,8 Millionen Euro bei einer laut Mainova und Stadtverwaltung dann jährlichen Einsparung von 1,7 Millionen Euro unter Einrechnung der Finanzierung betriebswirtschaftlich absolut nicht
rechnet. Je nach Höhe des Zins/Zinseszins-Satzes wird die Investition erst nach mehr als 100 Jahren rentabel oder die Rest-Schuld erhöht sich sogar noch. Die Berechnungen dazu liegen vor.
Es ist absurd, hier
Steuergelder zu verschwenden, die andernorts sinnvoller eingesetzt werden können. Die Abrisspläne sind also auch wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen. Kulturhistorisch sind sie ohnehin auf das schärfste abzulehnen.
Unklar ist aber auch, warum 5.600 Gaslaternen jährlich 2,7 Millionen Euro an Unterhaltung kosten. Das sind sage und schreibe 482 Euro jährlich pro Gasleuchte.
Zum Vergleich hier die Zahlen für Berlin:
44.000 Gasleuchten verursachten im Jahr 2008 laut Ergebnis des Landeshaushaltsplans Unterhaltungs-, Modernisierungs- und Instandhaltungskosten von 5,66 Millionen €.
Das sind 129 Euro jährlich pro Gasleuchte.
Kann es sein, dass die Kosten für die Unterhaltung der Gaslaternen so hoch sind, weil die Mainova-Tochter SRM einen teuren Verwaltungsapparat mit mehreren
sehr gut bezahlten Bereichsleitern besitzt? Nach unseren Informationen beschäftigt die SRM etwa 20 Arbeiter (davon ist höchstens ¼ für die Gasbeleuchtung zuständig), 3 Meister, aber mindestens ein Dutzend Verwaltungsmitarbeiter,
darunter eine Reihe leitende Angestellte. Salopp ausgedrückt „eine Menge Häuptlinge, aber recht wenig Indianer“. Wer hat einmal diese Kostenkalkulation der SRM überprüft?
Bettina Grimm Joachim Raetzer
ProGaslicht e.V.