Auch der Verein ProGaslicht e.V. beobachtet sehr
intensiv die Diskussion zur Stadtplanung in Berlins Mitte. Der Verein ProGaslicht e.V. hatte sich bereits im Februar 2009 für den historischen Wiederaufbau der Kurfürstenbrücke (Rathausstr.) eingesetzt, wie es die
stadtbildfördernden Vereine „Gesellschaft Historisches Berlin“, „Berliner historische Mitte“ und das Forum „Stadtbild Berlin“ ebenso mehrfach taten.Dem Verein ProGaslicht e.V. ist es ebenso nicht verständlich,
wieso der Entwurf für die moderne Brücke nun vorangetrieben wird, obwohl noch aktuell über die Zukunft des Marx-Engels-Forums diskutiert wird.
Sollte sich nun doch die Rekonstruktion der historischen Stadtviertel
„Marienviertel“ und „Heilige Geist Viertel“ doch einmal durchsetzen, bricht der moderne Brückenbau in der Rathausstraße genau die historische Verbindung zum Nikolaiviertel am Spreeufer. Eine unüberlegte Entscheidung der Senatorin
Frau Runge-Reyer, ungeachtet zahlreicher Kritik aus verschiedenen Lagern von Kunst und Kultur.
Der Verein ProGaslicht e.V. setzt sich auch für die behutsame und überlegte Rekonstruktion der historischen Berliner
Innenstadt ein. Wir haben heute die Chance, die Fehler vergangener Zeiten durch Rekonstruktionen halbwegs wieder rückgängig zu machen. Touristisch aber auch kulturhistorisch wird diese Entscheidung positiv gewertet und darf als
Bereicherung der Stadt angesehen werden.
Der Verein ProGaslicht e.V. möchte auch in diesem Zusammenhang auf die Geschichte der Berliner Gasbeleuchtung verweisen. Die europäische industrielle Revolution entwickelte
sich maßgeblich durch die Nutzbarmachung von Gas. Die Alltagskultur veränderte sich auch in Berlin ab 1826 maßgeblich durch die erste gasbetriebene Beleuchtung. Das Gaslicht bereicherte das kulturelle Leben in der Stadt.
Die ersten Gaslaternen standen „Unter den Linden“. Auch die Kurfürstenbrücke sowie die genannten abgerissenen Stadtviertel wurden mit Gas beleuchtet.
Um den Effekt einer „rekonstruierten Puppenstadt“
mit elektrisch betriebenen Leuchten im Stil alter Gaslaternen zu vermeiden, fordert der Verein ProGaslicht e.V. auch die Berücksichtigung von gasbetriebenen Straßenleuchten mit den dazu passenden historischen Leuchten in den
angesprochenen Bereichen.
Der Wiederaufbau der historischen Viertel sollte Gaslicht als leuchtendes Kulturgut für die entstehenden Straßen des alten Berlins berücksichtigen.