23.3.2009:
Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes Frankfurt/Main Hbf
Druckversion pdf Eine zentrale Bedeutung kommt seit jeher dem Platz vor dem Frankfurter Hauptbahnhof zu. Der am 18.8.1888 eingeweihte Hauptbahnhof war lange Zeit der
größte Bahnhof Europas. Östlich des Hauptbahnhofes entstand in den Jahren nach der Inbetriebnahme das großbürgerliche Bahnhofsviertel im Stil der Gründerzeit, es wurde inzwischen unter Denkmalschutz gestellt. Bindeglied zwischen
Bahnhof und Bahnhofsviertel war und ist der weiträumige Bahnhofsvorplatz. Dieser Platz galt früher als Schmuckstück der Stadt und bot Raum für zwei von Bäumen gesäumte Rasen-Ovale. Absolute Blickfänge waren aber 2 gewaltige
Platzkandelaber von etwa 20 Metern Höhe, entworfen von dem Frankfurter Bildhauer Franz Krüger. Aufgestellt wurden sie 1892 von der Bahnverwaltung, sie waren die ersten elektrischen Leuchten der Stadt Frankfurt am Main. Die beiden
gußeisernen Kandelaber wurden an den vier Meter hohen Sockeln von je 3 "überlebensgroßen geflügelten, fischschwänzigen Najaden" (so der ehemalige Frankfurter Denkmalschützer Heinz Schomann) umfasst, die sich mit den
Fingerspitzen berührten. Die Kandelaber trugen je 3 Hängeleuchten an schmuckvollen Auslegern.
Der Bahnhofsvorplatz und die beiden seitlichen Plätze werden heute ihrer Umgebung absolut nicht mehr gerecht: Das Umfeld um den
Frankfurter Hauptbahnhof mit seinem nach Osten, zur Innenstadt ausgerichteten zentralen Bahnhofsvorplatz, dem südlichen Bahnhofsvorplatz (Mannheimer Straße) und dem nördlichen Bahnhofsvorplatz (Poststraße) bedarf dringend einer
gestalterischen Aufwertung in Zusammenhang mit einer funktionalen und verkehrlichen Neuordnung. Der Verein ProGaslicht setzt sich für die Erhaltung und Förderung des Gaslichts als Kulturgut ein. Gleichzeitig hat sich ProGaslicht
aber auch der Vielfalt der Beleuchtungskultur verschrieben und möchte unter Berücksichtigung historischer Belange städtebauliche Akzente setzen und zur Aufwertung des Stadtbildes beitragen. Dazu gehört es auch, sich für
kulturhistorisch wertvolle Straßenleuchten einzusetzen, insbesondere, wenn es sich um die ersten elektrischen Laternen der Stadt Frankfurt am Main handelt. Im Zusammenhang mit der Neugestaltung schlagen wir mit allem
Nachdruck vor, die 1892 errichteten elektrischen dreiarmigen Gusskandelaber wieder aufzustellen. Diese Kandelaber waren vermutlich eine der gewaltigsten Platzbeleuchtungen seiner Zeit. Sie sollten unter Berücksichtigung
historischer Vorgaben in einen Platz eingebunden werden, der begrünt und mit Bäumen bepflanzt wird. Durch diese Maßnahme wird der Bahnhofsvorplatz zusammen mit Bäumen, Bepflanzungen und Ruhezonen zu einem einzigartigen
Gesamtensemble, das für eine herausragende Verweilqualität sorgt. Ankommende Reisende, Touristen, aber auch Berufspendler sowie Anwohner und Geschäftsinhaber des angrenzenden Bahnhofsviertels werden den umgestalteten
Bahnhofsvorplatz mit seinen ins Auge stechenden Platzkandelabern neu erleben und das Flair genießen. Die Maßnahme, beide Kandelaber wieder aufzustellen, ist im Kontext zur Rekonstruktion von Teilen der Frankfurter Altstadt, aber
auch dem Wiederherstellen der Eckturm-Kuppeln der Festhalle auf dem Messegelände zu sehen. Beide Kandelaber existieren heute noch, sie sind auf dem ehemaligen Gelände der Eisengießerei Marienhütte in Großauheim, in
der Sandgasse 32 zu finden. Der damalige Besitzer der Gießerei hatte sie seinerzeit vor der Verschrottung bewahrt und gehofft, dass sie eines Tages wieder angemessen aufgestellt werden. Die Verantwortlichen der Stadt werden
gebeten, alle notwendigen Schritte einzuleiten, um die historisch wertvollen und prächtigen Platzkandelaber wieder an ihre ursprüngliche Stelle vor dem Hauptbahnhof zu errichten. Für die Hängeleuchten selbst können moderne
elektrische Leuchtmittel eingesetzt werden. Foto: Ausschnitt Ansichtskarte von 1938 - Slg. Grimm
ProGaslicht - Bettina Grimm Pressereaktionen: 7.4.2009 Frankfurter Neue Presse: Bahnhofsplatz soll in altem Licht erstrahlen |