Steuergelder für die Entwicklung von LED's, obwohl es diese schon längst gibt? Druckversion pdf
Wir erinnern uns: Vor einigen Wochen geisterte durch die Medien die Meldung, Wissenschaftler hätten LED’s entwickelt, die Gaslicht imitieren können, damit könnten die
Gaslaternen gerettet werden. Herr Dr. Adrian Mahlkow von Optotransmitter Umweltschutz Technologie (OUT e.V.) erklärte medienwirksam, zusammen mit der TU Berlin LED’s entwickelt zu haben, die in ihrer Wirkung dem Gaslicht
gleichen. Dazu wurden unsinnige Zahlen verbreitet: So sollte eine Berliner Gaslaterne jährlich 2.200 € an Energie kosten. Ob Herr Dr. Mahlkow einen Taschenrechner benutzt hat? Bei 44.000 real existierenden Berliner Gaslaternen
macht das summa summarum 96,8 Millionen € Kosten für Gasverbrauch! Wie bitte? In Wahrheit waren es im recht teuren Abrechnungsjahr 2008 etwa 13 Millionen €, davon geht noch die Erdgassteuer ab, da Gaslicht steuerfrei ist,
tatsächlich fielen 11,8 Millionen € Gas-Kosten an. Dann behauptete Herr Dr. Mahlkow, man könne ja die Glühstrümpfe der Gaslaternen bei ihrer jährlichen Wartung einfach gegen die LED’s austauschen, und danach als
optische Täuschung wieder Glühstrumpfimitate drüberstülpen. Seltsam nur, dass Herr Dr. Mahlkow nicht sagt, wo denn der Strom mal eben herkommen soll. Aus der Gasleitung? Die Gaslaternen-Maste haben keine Öffnungsklappen, sondern
sind direkt gasführend und mit dem Gashauptrohr verbunden. Dr. Mahlkows Äußerungen lassen uns ernsthaft an der Seriosität dieses Wissenschaftlers zweifeln. Auch hier kommen einige Fragen auf:
Die OUT e.V. soll einen Forschungsauftrag von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, verbunden mit erheblichen Forschungs-Geldern erhalten haben. Wenn das stimmt, wieviel Geld ist da von wem geflossen? Wer hat diese Gelder
freigegeben? Warum erhält OUT e.V. überhaupt diesen Auftrag, obwohl bekannt ist, dass es seit einigen Jahren längst LED’s auf dem Markt gibt, die ein Gaslicht ähnliches Licht abgeben. Wir verweisen auf Kataloge
bekannter LED-Hersteller wie Seoul, Cree, Luxeon oder Osram. Es handelt sich um erprobte Massenware. Datenblätter dieser Firmen zu LED’s sind problemlos erhältlich. Soll hier mit Steuergeldern etwas entwickelt
werden, dass es längst gibt? Was hat sich die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung dabei gedacht? Wird hier die Öffentlichkeit und die Politik gezielt in die Irre geführt? Bettina Grimm, ProGaslicht e.V. (i.G.) |