ProGasLicht

ProGaslicht e.V.

Verein zur Erhaltung und Förderung des Gaslichts als Kulturgut

 

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Willkommen auf der Webseite des Vereins ProGaslicht e.V.

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Wetterfester Aufkleber: Berlin leuchtet anders mit Gaslicht

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Gut besuchter Informationsstand des Vereins ProGaslicht e.V.MENSCHENKETTE IN BERLIN - CHARLOTTENBURG

 

Am Samstag, 17.11.2012 fand in Berlin-Charlottenburg am Amtsgerichtsplatz eine Kundgebung für die Erhaltung der Gaslaternen statt, anschließend formierte sich eine Menschenkette rund um das Amtsgericht.

Etwa 500 Personen beteiligten sich an der Aktion. Mehr dazu in der nächsten Ausgabe des Vereinsjournals Der Zündfunke.

WIR HABEN LANGE GESCHWIEGEN – JETZT SETZT GASLICHT-KULTUR SCHON DIE POLIZEI AUF UNS AN!

ProGaslicht e.V. wurde an den Vorbereitungen zu dieser Aktion gezielt nicht beteiligt. Wir sind unerwünscht. Trotzdem haben wir das Vorhaben unterstützt und zum Beispiel auf facebook zu dieser Veranstaltung aufgerufen. Gleichzeitig haben wir die behördliche Genehmigung für einen Info-Stand eingeholt und uns am Rande des Platzes aufgestellt, Flyer und Material ausgelegt und selbstverständlich auch eine Gaslaterne leuchten lassen. Viele Menschen konnten und wollten sich bei uns über Berlins Gaslaternen informieren. Was passierte? Der Verein Gaslicht-Kultur beschwerte sich bei der am Ort vertretenen Polizei über unsere Anwesenheit (Begründung: Wir würden andere Interessen vertreten und deren Versammlung stören, was nun überhaupt nicht zutraf) und forderten die Beamten auf, uns einen Platzverweis zu erteilen, damit wir unseren Stand räumen. Sichtlich unangenehm und auch etwas irritiert teilte uns die Polizei dies mit, war jedoch so fair, uns anzubieten, einfach die Straßenseite zu wechseln und 20 Meter weiter unseren Stand wieder aufzustellen. Viele anwesende Bürger fassten sich an den Kopf wegen des Verhaltens von Gaslicht-Kultur, die Polizei auf uns anzusetzen.

Wir haben bisher weitgehend geschwiegen wegen des Zoffs, der auf persönliche Anfeindungen und vergangene Streitereien beruht (wir waren bis Ende 2008 mal eine Gruppe). Außenstehende können die Anfeindungen ohnehin nicht nachvollziehen. Außerdem haben wir uns in der Vergangenheit immer fair gegenüber Gaslicht-Kultur oder Denk-mal-an-Berlin verhalten. Da wir aber von etlichen Menschen angesprochen worden sind, „was denn da los sei“, werden wir auch nicht mehr schweigen.

Gemeinsam für die Erhaltung der Gasbeleuchtung einzutreten, ist offenbar nicht gewünscht und auch nicht möglich. Auch Denk-mal-an-Berlin e.V., vertreten durch Frau Ziemer und Frau von Specht, schweigt dazu. Sie hätten Gelegenheit gehabt, für eine Klärung zu sorgen. Leider kam nichts. Beide Damen waren es ja auch, die ProGaslicht e.V. ausgrenzten und stattdessen Gaslicht-Kultur als Partner wählten, obwohl wir seit 2009 mit Denk-mal-an-Berlin gemeinsam das Projekt „Berliner Gasbeleuchtung retten“ angeschoben hatten. Wir haben auch erfahren, dass man anderen Gaslicht-Freunden einimpft, keinen Kontakt mit uns aufzunehmen.

Übel auch das Verhalten unserer „Gaslicht-Freunde“ nach Ende der Kundgebung. Auf der Straße vor dem Amtsgericht fanden wir verteilt Fetzen von unseren Flyern. Offenbar wollte man uns weiteren Ärger mit dem Ordnungsamt bereiten, denn der Antragsteller eines Info-Standes ist für die Beseitigung des Abfalls verantwortlich und bekommt ein Bußgeld übergebügelt, wenn zum Beispiel zerfetzte Flyer auf der Straße zurückbleiben.
Wir haben dann alles eingesammelt und entsorgt.

Zum Schluss noch mal unser Hinweis:

- Wir sind ein Berliner Verein mit Regionalgruppen in anderen Bundesländern sowie Mitgliedern im In- und Ausland.
- Wir setzen uns für die Erhaltung des Gaslichts ein, ausdrücklich auch als Modell für die Zukunft.
- Wir unterstützen und beraten Betreiber von Gasleuchten, seien es Privatpersonen oder öffentliche Einrichtungen.
- Wir bauen und restaurieren Gasleuchten, hauchen ihnen Leben ein.

Und genau das ist der Unterschied zu anderen Vereinigungen.

Der Vorstand ProGaslicht e.V.

Gasersatzleuchte vorgestellt

Gaslaternen- ImitatAm Freitag, 16.11.2012, also 24 Stunden vor der geplanten Menschenkette (geschickt gewählt), lud die Berliner Senatsverwaltung zu einem Pressetermin in die Falckensteinstraße in Berlin-Kreuzberg ein. Stolz präsentierte Staatssekretär Gaebler seine neue Errungenschaft: Eine Gasersatzleuchte mit LED-Bestückung.

Optisch genauso wie die klassische Berliner Gasaufsatzleuchte sehe sie aus, auch das Licht sei nicht zu unterscheiden (was einige Anwesende offenbar anders sahen). Man hätte jetzt auch ein Verfahren erfunden, die „alten“ Gusskandelaber weiter zu verwenden. André Braun von der an der Umrüstungsaktion beteiligten Firma Braun Lighting Solutions erklärte, wie er mittels eines Wasserstrahls durch einen Industrieroboter Klappen in die Gussmaste hinein schneiden könne. Angeblich sollen sie dadurch nicht beschädigt werden. Vereinzelte kritische Fragen kamen von einigen Bürgern, aber der Herr Staatssektretär wusste immer, wie er diese geschickt abbürsten konnte. Und stets wurden gebetsmühlenartig die Gründe für die Umrüstung wiederholt: Viel Energieeinsparung, weniger Kohlendioxidausstoss, kostengünstige Umrüstung usw. usf.

In der Falckensteinstraße, aber auch in der Schlesischen Straße sowie in einigen Seitenstraßen der Köpenicker Straße stehen bereits zahlreiche dieser Ersatzleuchten, derzeit noch direkt neben den bisherigen Gaslaternen. Geplant ist, in den nächsten Wochen etwa 700 Gasaufsatzleuchten durch Ersatz (LED-)Leuchten auszutauschen. Dafür soll es sogar einen Zuschuss vom Bundesumweltamt gegeben haben. Von einem Beschluss des Abgeordnetenhauses, schon jetzt größere Stückzahlen der Gasaufsatzleuchten abzureißen und durch LED-Leuchten zu ersetzen, haben wir allerdings noch nichts gehört.

Ankündigung: Am Montag, den 19. November um 20 Uhr auf  Radio Alex Berlin www.alex-berlin.de/radio eine Reportage über die Berliner Gaslaternen! Ein Abdruck des Beitrages gibt es unter: http://blog.klausenerplatz-kiez.de/

BERLIN 29. OKTOBER 2012 – DER TAG DES BERLINER GASLICHTS

Ilja Richter rettet die Berliner Gaslaternen? LED Aus! Gaslicht an!

Ilja Richter rief zur Rettung der Berliner Gaslaternen auf! Auf diesen letzten Montag im Oktober 2012 hatten viele Gaslicht- Freunde aus Berlin und andernorts lange gewartet. Im Theater am Kurfürstendamm fand die angekündigte Gala für die Rettung der Berliner Gaslaternen statt. Ilja Richter moderierte und führte durch das Programm, das aus Musik, Gesang, Tanz, Kabarett und Lesungen bestand. Namhafte Berliner Künstler traten unentgeltlich auf und trommelten für die Rettung der beliebten Berliner Gaslaternen. Jedes Wort, jeder Auftritt ein Nadelstich für die vernagelte Senatsriege, die der Stadt ihre leuchtende Seele rauben und zerstören will. Natürlich war die Veranstaltung auf dem Kurfürstendamm ausverkauft.

Exklusives Vorprogramm von ProGaslicht im Café Kranzler

Auf Einladung der Firma Kurt Schwarzwälder GmbH bekam der Verein ProGaslicht die Gelegenheit, für etwa 50 ausgewählte Gäste ein exklusives Vorprogramm zu gestalten. Wir stellten ProGaslicht und seine Arbeit vor, nahmen die Gäste mit auf einen kurzen Streifzug durch die gasbeleuchtete Geschichte der Stadt und wir präsentierten Gaslicht.

Stadthistoriker erklären die Besonderheit des Kulturguts Gaslicht! ProGaslicht bietet Vorträge über die industrielle Entwicklung und Nutzung von Gas sowie der Geschichte der Gaslaterne in Berlin für Heimatvereine, Bezirksverordnetenversammlungen oder Vereine an. Melden Sie sich beim Verein www.progaslicht.de

Eine aufgestellte Gasleuchte sorgte für die passende Illumination im ehrwürdigen Café Kranzler, das leider nur noch im Obergeschoss des Stammsitzes am Kurfürstendamm/Ecke Joachimsthaler Straße zu finden ist. Die Gäste waren jedenfalls angetan und sehr interessiert, viele Fragen rund um das Thema Gaslaternen konnten beantwortet werden, für gute Laune sorgte natürlich auch das angerichtete Buffet. Ein herzliches Dankeschön an den Veranstalter Kurt Schwarzwälder GmbH, der uns die Vorstellung im Gaslicht ermöglichte und uns auch Karten für die Ilja-Richter-Gala zur Verfügung stellte.

RBB-Kulturradio- Beitrag: Gaslaternen vor dem Aus- Warum ein Berliner Kulturgut verschwinden soll
Von Jürgen Gressel-Hichert

Reportage RBB Kulturradio: Warum soll das Berliner Kulturgut Gaslaterne verschwinden? Noch gibt es etwas mehr als 43.000 Gaslaternen in Berlin – weltweit die größte Anzahl dieser Art von Stadtbeleuchtung. Wenn es nach dem Willen des Senats geht, dann werden die Gaslaternen jedoch bald der Vergangenheit angehören. Denn Elektrolicht ist billiger und umweltschonender. Doch viele Bürger wollen dieser Rechnung nicht glauben und fordern ein Moratorium. Denn warum soll dieses Berliner Kulturgut, das die Stadt schon so lange erhellt, so schnell verschwinden?

FREUNDLICHES ENTGEGENKOMMEN ODER MASSIVE BEEINFLUSSUNG?

Am 1.7.2012 schrieb der Journalist Harald Martenstein in einer interessanten Kolumne im Berliner "TAGESSPIEGEL" unter anderem: "Beim Abriss der Gaslaternen fällt einem als Grund wirklich nur Dummheit ein, falls, was man in Berlin immer als Möglichkeit in Erwägung ziehen muss, Korruption und Vetternwirtschaft keine Rolle spielen".

Ob Herr Martenstein da nicht in ein Wespennest gestochen hat?

Tatsache ist, dass sich die für die öffentliche Beleuchtung zuständige Verwaltung (früher Senat für Bauen und Wohnen, heute Senat für Stadtentwicklung, dazwischen einige Zeit das Bezirksamt Berlin-Mitte für die gesamte Berliner Beleuchtung) seit über 20 Jahren unter anderem von einem Lichtexperten beraten lässt, der bis vor kurzem 15 Jahre stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender eines Berliner Elektroleuchten-Unternehmens war. Genau dieses Unternehmen erhielt prompt den Zuschlag für den Ersatz der Gas-Reihenleuchten. Dieser Lichtexperte schrieb am 3.10.2008 an den Senat folgendes (Auszug Zitat):

Sehr geehrte Frau Staatssekretärin ...

mit Interesse habe ich gestern Ihre Ausführungen zum Kompetenzfeld Energietechnik gehört.
Im Anhang erlaube ich mir, Ihnen einen von mir verfassten kritischen Beitrag über die rd. 43000 veralteten und energietechnisch absolut unwirtschaftlichen Gasleuchten in Berlin zu senden mit der Bitte, diesen ggf. weiteren interessierten Dienststellen zur Kenntnis zu geben.
Der Artikel wurde im Juni 2008 in der Zeitschrift „LICHT“ publiziert. Die Gasbeleuchtung ist aus Gründen des Umweltschutzes (geringe Energieeffizienz) und wegen der hohen Betriebs- und Wartungskosten infolge des steigenden Gaspreises zur Beleuchtung von Verkehrsstraßen nicht mehr akzeptabel.
Auch die Verkehrssicherheit und die allgemeine Sicherheit der Bürger wird durch das niedrige Beleuchtungs-Niveau der Gasbeleuchtung negativ beeinflusst.
Das Gas sollte besser zum Heizen, Warmwasserbereiten und Kochen, in Fahrzeugen und Kraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung bzw. in der Industrie verwendet werden.
Um der Pro-Gaslicht-Lobby entgegen zu kommen, können in Kiezbereichen und in verkehrsberuhigten Zonen die alten Gaslaternen mit modernen und effizienten Hochleistungs-Leuchtdioden (sog. POWER- LED) mit derzeit rd. 30-facher Lichtausbeute und sehr hoher Lebensdauer gegenüber Gasglühkörpern bestückt werden.
Diese geben ein dem Gaslicht vergleichbares angenehmes warmweißes Licht ab und können in der geometrischen Form dem Gasglühkörper angenähert werden, so dass die Bewohner nach der Umrüstung kaum einen Unterschied wahrnehmen.
Eine entsprechende Musterleuchte kann sicher von einem der bekannten Leuchtenhersteller in Berlin erstellt werden.
(z.B. Semperlux AG, Hahn-Licht usw.)

Für weitere Informationen stehe ich gern zur Verfügung. Mit freundlicher Empfehlung P. Marx
TFH-Berlin-Germany - University of Applied Sciences - Prof. Dr.-Ing. P. Marx, i.R. - Fachbereich VII - Elektrotechnik und Feinwerktechnik - Labor für Elektronische Messtechnik


Bei einer Anhörung im Berliner Abgeordnetenhaus im Jahre 2008 trat die damalige Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Maria Krautzberger, auf und erklärte den Anwesenden, dass man jetzt (Zitat) "den Beleuchtungsexperten Professor Marx entdeckt habe ... "
Dies ist nachweislich falsch, da dieser Experte schon in den 1980er Jahren beratend für die Senatsverwaltung tätig war.

Könnte das Wirken und die Aussagen von Herrn Marx, immerhin Repräsentant einer bekannten Leuchtenfirma, nicht als massive Lobbyarbeit und Beeinflussung der Senatsverwaltung ausgelegt werden? 

FRANKFURT AM MAIN -Teststrecke mit LED-Beleuchtung in Gas-Reihenleuchtenoptik

LED- Reihenleuchte in Frankfurt/MainGas- Reihenleuchte in Frankfurt/MainIm vornehmen Frankfurter Nordend wurden am Holzhausenpark (Justinianstraße) vor einiger Zeit elf „Probe“-Leuchten aufgestellt, die es eigentlich gar nicht gibt. Die zuständige Mainova-SRM bestellte beim westfälischen Leuchtenhersteller GICS Gas-Reihenleuchten-Köpfe, allerdings ohne Gasbeleuchtungstechnik, sowie außerdem die originale Stahl-Peitschenmaste. In die Leuchten wurden LED-Bausätze eingebaut, die Leuchten wurden an die frisch aufgestellten Maste montiert. Ziel war, die aus Düsseldorf und Frankfurt am Main bekannten Gas-Reihenleuchten zu imitieren. Die Aktion war ziemlich kostspielig, über 11.000 Euro soll die Installation eines Lichtpunktes gekostet haben. Mainova-SRM bestellte die LED-Leuchten, die Stadt bezahlte.

Was ist nun dabei herausgekommen? Auf den ersten Blick bei Tag wirken die Imitate zwar wie die Original-Gas-Reihenleuchten. Eine zeitlos schöne Optik, eben so wie sie vor Jahrzehnten entwickelt wurde. Nur der ganz scharf prüfende Betrachter wird die Mastklappe im Sockelbereich erkennen. Die Glühkörper-Imitate sehen im Tageslicht wie die Originale aus.

Aber Nachts? Die LED-Leuchten geben zwar klares Licht ab und blenden nicht. Man kann unbeschadet hineinsehen. Straße und Gehweg werden gut ausgeleuchtet. Die Lichtfarbe ist ein klar konturiertes sehr weißes Licht. Aber mit Gaslicht hat die Leuchte nichts zu tun. Das LED-Licht unterscheidet sich deutlich vom honigfarbenen Gaslicht. Und es zieht offenbar Insekten an, schon nach kurzer Zeit sind jede Menge verendete Kleintiere an den Leuchten zu sehen, ganz im Gegensatz zur Gasleuchte.

Gäbe es nur elektrische Beleuchtung auf der Welt, so wären diese LED-Leuchten an formschönen Masten sicherlich eine Bereicherung für das Stadtbild. Sie könnten viele extrem hässliche Elektroleuchten ersetzen. Sie aber lediglich zu installieren, um die vorherigen Gas-Reihenleuchten abzureißen, ist teurer Unfug. Niemals wird die Stadt 5.500 Gasleuchten durch derart teure LED-Imitatleuchten ersetzen, es würde die Stadtkasse sprengen.

Und ob die LED-Gaslicht-Imitat-Reihenleuchten, so nett sie auch aussehen, überhaupt technischen Standards entsprechen, darf bezweifelt werden. Entgegen den Vorschriften sind die elektrisch betriebenen Leuchten nämlich nicht in sich geschlossen, sowohl Dach als auch Glasschale sind offen.

CHEMNITZ - Sächsische Landesdenkmalbehörde stellt Gaslaternen unter Schutz

Gaslichtstadt ChemnitzEnde Juni wurde bekannt, dass die sächsische Landesdenkmalbehörde schon vor längerer Zeit die Chemnitzer Gaslaternen unter Denkmalschutz gestellt hat. Die Gaslaternen hätten eine hohe technik- und stadtgeschichtliche Bedeutung und seien auf Grund ihres Seltenheitswertes dauerhaft unter Schutz zu stellen, so hieß es. Dazu gehöre natürlich auch der Betrieb mit Gas. Angeblich war dies der Chemnitzer Stadtverwaltung bis dahin nicht bekannt. Allerdings forderten die Chemnitzer Grünen sowie die FDP schon seit längerer Zeit, die Gaslaternen unter Denkmalschutz zu stellen.

Die Einschätzung des Landeskonservators ist sehr zu begrüßen. Es stellt sich nun die Frage, warum andere Landesdenkmalbehörden bei der Forderung, die Gaslaternen dauerhaft unter Schutz zu stellen, nicht ebenso reagieren. Dies gilt insbesondere für die Denkmalschutzbehörden in Berlin, NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz, und Bayern.

DÜSSELDORF - Leuchtenmassaker in Niederkassel

Die 139 Gas-Reihenleuchten auf der Hansaallee sind Geschichte

Was die Stadt schon lange angekündigt hatte, geht nun zu Ende. Auf der Hansaallee ging das Gaslicht aus. 139 makellose Gasleuchten wurden Stück für Stück außer Betrieb genommen und durch elektrische Lumega-Leuchten ersetzt. Die Gas-Reihenleuchten wurden meist an Ort und Stelle zerstückelt. Die Leuchten-Köpfe abgetrennt, die Maste auseinander gebrannt.

Gasleuchten-Maste auch nach über 50 Jahren makellos und nahezu neuwertig

Was wir schon immer wissen und ständig ins Feld führen, wurde nun zum sichtbaren Beweis. Die Maste der Reihenleuchten sind auch nach 50 Jahren weder marode noch standunsicher, sie weisen keinerlei Korrosionsschäden auf. Hier Bilder von den zerhackten Masten.

Düsseldorf, Hansaallee (6-2012)

An den auseinander geflexten Trennstellen wird deutlich, in welch hervorragender Verfassung die Gasmaste immer noch waren. Auch die Gasleuchten-Köpfe sind in allerbester Verfassung.

Hier werden Steuergelder verschwendet, indem geradezu neuwertiges Material vernichtet wird. Die an ihre Stelle tretenden Zinkmaste einschließlich ihrer elektrischen Plastik-Lumega-Leuchten mit ihrem hässlichen und primitiven Natriumdampflicht dürften noch nicht einmal eine halb so lange Haltbarkeit besitzen wie die Gasleuchten. Aber Hauptsache, die Wünsche der Elektroindustrie und der Stromerzeuger werden bedient. Auch der Schrotthändler darf sein Geschäft machen.

Und alle Behauptungen, dass man Gaslicht-Maste nach 40-50 Jahren austauschen müsse, werden als unwahr entlarvt. Insbesondere in Frankfurt am Main (Mainova-SRM), aber auch in Düsseldorf und Berlin versucht die Stromlobby immer wieder , das Märchen von standunsicheren Masten zu verbreiten, um entweder den Abriss der Gasbeleuchtung durchzusetzen oder der jeweiligen Stadtverwaltung Geld für angeblich notwendige neue Austausch-Gasmaste aus der Tasche zu ziehen.

So hat das Leuchtenmassaker auf der Hansaallee wenigstens etwas Positives: Der Beweis der Langlebigkeit von Gas-Lichtmasten ist hier erbracht und für jeden sichtbar.

Dresden (Dresden-Fernsehen, 15.5.2012):  In Dresden-Blasewitz tobt ein Streit über die ''richtige'' Straßenbeleuchtung

Wie soll Dresden Blasewitz ins rechte Licht gerückt werden? Darüber tobt  ein Streit zwischen Anwohnern und Stadt. Es geht um die Entscheidung  zwischen historischen Gaslaternen und modernen Zinkleuchten. Derzeit werden die Straßen erneuert und die alten Laternen durch moderne  ersetzt. Das Verkehrskonzept beruht auf einer Planung von 1994. Die  Denkamlschutzgebiete wie Blasewitz sind erst danach entstanden. Die  Anwohner sind empört und fordern den Rückbau.

-> Sie Videobeitrag auf der Webseite des TV-Senders <-

 

Online-Petition gegen den Abbau der als Kulturdenkmal geschützten Gasbeleuchtung im Denkmalschutzgebiet Striesen/Blasewitz Nordost

KOALITIONSVEREINBARUNG ZWISCHEN SPD UND CDU SIEHT KOMPLETTEN ABRISS VON BERLINS GASLATERNEN VOR

Seit dem 18./19.11.2011 liegt der Öffentlichkeit der zwischen SPD und CDU ausgehandelte Koalitionsvertrag vor. Darin ist aus ein Passus zur öffentlichen Straßenbeleuchtung in Berlin enthalten. Dieser Passus besteht aus genau zwei (!) Sätzen. Sie lauten:

 "Berlin im richtigen Licht

Mit der Umsetzung des Lichtkonzepts für die öffentliche Beleuchtung wollen wir einerseits die Ansprüche an Sicherheit und Orientierung gewährleisten und gleichzeitig schädliche Folgen von Licht für Menschen und Tiere mindern. Aus klimapolitischen Gründen, wie auch wegen der Kostenentwicklung, wird die Koalition den Gasleuchtenbestand auf Elektroleuchten umrüsten, mit Ausnahme der historischen und denkmalgeschützten Gasleuchten".

Vom Zustand der elektrisch betriebenen Beleuchtung, immerhin über 180.000 Straßenleuchten, von denen eine Vielzahl erneuerungsbedürftig ist, wird nicht gesprochen. Es geht einzig und allein darum, die noch vorhandenen knapp 44.000 Berliner Gas-Straßenleuchten abzureißen und durch Elektroleuchten zu ersetzen.

Der Hinweis auf die Möglichkeit, historische und denkmalgeschützte Gasleuchten zu erhalten, führt in die Irre. Erst vor wenigen Wochen hat uns der Petitionsausschuss des Abgeordnetenhauses von Berlin bestätigt, dass weder ein Denkmalschutz für Berlins Gasleuchten noch für deren Betriebsart Gas möglich sei. Es existieren also bis heute keine denkmalgeschützten Gasleuchten!

Berlin schafft die Gasleuchten ab 

Berlins Senatsverwaltung für Stadtentwicklung will sämtliche 43.700 Gaslaternen abreißen lassen. Dabei setzt die Verwaltung auf die zügige Umsetzung von Vattenfall, ein Atomstromkonzern, der laut Greenpeace die miserabelste Umweltbilanz aller vier großen deutschen Stromkonzerne besitzt. Vattenfall wurde vom Senat für die nächsten 7 Jahre beauftragt, die gesamte öffentliche Beleuchtung Berlins zu managen.

Ein Atomstromkonzern wird also vom rot-roten Senat beauftragt, das zukunftsfähige Gaslicht ein für alle mal zu zerstören.

Wir Berliner verlieren

  • die einzige technische Beleuchtung, garantiert ohne Strom aus Atomkraftwerken.
  • eine weltweit besondere Beleuchtung, die eher als UNESCO-Weltkulturerbe eingestuft werden müsste, als sie zu zerstören.
  • ein einzigartiges Licht mit besonderer Qualität, gleichermaßen menschen- wie tierfreundlich.
  • die Möglichkeit, die Technik auch für zukünftige Anwendungen und Möglichkeiten der Lichterzeugung, z.B. Biogas, zu erhalten.

Wir Berliner bekommen

  • eine billige Allerweltsbeleuchtung, die für weiteren Lichtsmog sorgen wird.
  • ein minderwertiges Licht aus technischen Leuchten ohne Berlin-Bezug oder in ausgesuchten Bereichen historisierende Plastik-Attrappen mit LED-Beleuchtung.

Wir Berliner zahlen drauf

  • die Umrüstung aller 43.700 Gaslaternen wird nach Berechnungen mindestens 170 Millionen Euro kosten, vermutlich aber noch viel mehr. Gibt es nicht sinnvollere Möglichkeiten, das Geld für andere Projekte wie z.B. die Gebäudesanierung zu verwenden? Fraglich ist, ob die versprochenenen Einsparungen überhaupt eintreffen werden.  

Die aufkommende Idee, die Gaslaternen in einigen denkmalgeschützten Bereichen stehen zu lassen, halten wir für einen faulen Kompromiss. Nur hohe Stückzahlen garantieren eine sichere Versorgung mit Ersatzteilen und vertretbaren Wartungskosten.

Eine Übersicht über Städte mit vorhandenen Gaslaternen findet sich auf der Homepage der Gaswerksfreunde Augsburg. Infos zu Gaslaternen (neu entdeckt oder abgebaut) können an uns und/oder an die Homepage der Gaswerksfreunde Augsburg gesendet werden. Wir sind für jeden Hinweis dankbar, auch für Tipps aus dem Ausland.

Malvern Die mittelenglische Stadt Malvern hat eine lange Gaslicht-Tradition. In der Stadt sind noch mehr als 100 teilweise aus viktorianischen Zeiten stammende Gaslaternen anzutreffen. Wegen ihres teilweise unbefriedigenden Zustandes haben sich engagierte Bürger aus Malvern zur Gruppe „Gasketeers“ zusammengeschlossen und ProGaslicht eV. um Hilfe gebeten. Im Herbst letzten Jahres gab es ein Treffen in Malvern und Inzwischen findet einen reger Erfahrungsaustausch statt. Ziel ist es, die historisch einzigartigen Gaslaternen von Malvern auf „Vordermann“ zu bringen und deren Technik zu modernisieren. Mehr dazu auch auf Youtube:

 

 

Unsere Botschaft: Gaslicht schützen! Oben bleiben! Seit mehr als 100 Jahren tobt ein Konkurrenzkampf zwischen Gas und Strom. Es geht um die Vorherrschaft in Privathaushalten, in der Industrie, aber auch auf der Straße. Bei diesem Kampf ging man seit jeher nicht gerade zimperlich miteinander um. Aggressive Kampagnen, die gegen die jeweils „andere“ Seite gerichtet waren, prägten ständig das Bild.  Wir wollen uns an dieser Stelle auf die Straßenbeleuchtung konzentrieren und stellen fest, dass die „Strom-Seite“ bis zum heutigen Tag nichts unversucht lässt, Gasbeleuchtung und Gaslaternen zu diskreditieren. Obwohl die Gasbeleuchtung gerade noch etwa 0,7 % der gesamten öffentlichen Straßenbeleuchtung in Deutschland ausmacht, wird ein vehementer Feldzug gegen das Gaslicht geführt. Manche Entscheidungsträger (Politiker) und Verwaltungsbürokraten benehmen sich wie Marionetten am Gängelband von Stromkonzernen und Elektroleuchtenherstellern und werden zu Erfüllungsgehilfen dieser Lobby. Wir meinen: Es reicht! Es muss Schluss damit sein, dass vier große (Atom-) Stromkonzerne und die mit ihnen verbandelten Zulieferer bestimmen, welches Licht und welche Energieart für den Bürger gut ist und welches nicht. Jede Gaslaterne ist (obwohl sie mehr Wärme als Licht abgibt) umweltfreundlicher und umweltschonender als eine Elektroleuchte (mit menschen- und tierfeindlichem Licht), die von einem Stromkonzern gespeist wird! Beim geplanten Gaslaternen- Abriss in Berlin spielt Vattenfall eine wichtige Rolle, in Düsseldorf sind die abrissfreudigen Stadtwerke Düsseldorf ein Tochterunternehmen des Atomkonzerns EnBW. Daran sollte man immer denken. Es wird Zeit, umzusteuern. In jeder Beziehung!

Warum kein Biogas zum Betrieb von Gaslaternen? Diese Frage erscheint aktueller denn je.  Die Ereignisse in Japan und die Atomkatastrophe von Fukushima lassen die Welt den Atem anhalten. Nun wird sichtbar, dass diese Technik vom Menschen nicht beherrschbar ist. Dies gilt erst Recht für die „Hinterlassenschaften“ der Kernkraftwerke. Mehr denn je sind Alternativen zum Atomstrom gefragt. Völlig vernachlässigt wird zum Beispiel der Einsatz von Biogas, und das nicht nur „als Umweg“ zur Stromerzeugung, sondern direkt als Energiequelle zum Heizen, Kochen und ... Beleuchten (!). Schon vor über 220 Jahren wurde Gaslicht aus Schlachtabfällen erzeugt (so genanntes Faulgas).  Der Betrieb von Gasleuchten, Herden und Heizungen mit Biogas oder einem Mix aus Erdgas und Biogas ist möglich. Veredeltes Bio-Erdgas gilt als umweltschonend und nahezu CO2-neutral. Man müsste sich einfach mal mit diesem Thema auseinandersetzen. Aber war das bisher überhaupt gewollt? Gaslaternen sind umweltfreundlich. Die verwendeten Materialien wie Stahl, Eisen, Glas, Keramik, Emaille gelten ausnahmslos als natürliche, wiederverwertbare Produkte. Die verwendeten Glühkörper sind neuerdings thoriumfrei und absolut unproblematisch. Dagegen verwendet man bei der Produktion von Stromleuchten so umweltbelastende und schwer recycelbare Stoffe wie Plastik, Kunststoff-Innenbeschichtungen, jede Menge Giftmüll (Quecksilber- und Natriumdampflampen, Leuchtstoffröhren mit Gasfüllungen) und sonstiger Elektronikschrott. Mehr dazu in „Der Zündfunke“, Ausgabe Nr. 15

Newsletter: Der Verein ProGaslicht e.V. veröffentlicht monatlich ein Mitteilungsblatt “Der Zündfunke” mit Meldungen und Berichten über das Gaslicht.

Aktuelle Meldungen über Schutzstellung, Neuaufstellung und der Aktivität des Vereins sind ebenso enthalten. Schauen Sie in unser Online-Archiv.

Das Heft wird aber auch in Papierform veröffentlicht und kann für  3,50 Euro bestellt werden.

4/2008 Erstellt von den Berliner Verkehrsseiten für ProGaslicht e.V.